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Euphorie an Londons Börse über Camerons Sieg

Londoner Börse: Der FTSE 100 ist wieder über die 7000er-Marke geklettert. Keystone

David Cameron gewinnt die Wahl zum britischen Unterhaus. An der Börse gewinnen aber andere: Banken, Immobilienkonzerne und Versicherer schiessen in die Höhe, der FTSE 100 knackt die 7000er-Marke.

Veröffentlicht am 08.05.2015

Der Londoner Aktienmarkt hat am Freitag auf den Wahlausgang der britischen Parlamentswahlen fast schon euphorisch reagiert. Gut eine Stunde nach dem Handelsstart eroberte der Leitindex FTSE 100 die 7000-Punkte-Marke zurück. Bei 7005,18 Punkten stand er 1,72 Prozent höher. Die politische Unsicherheit sei nun vom Tisch, kommentierten die Experten von Capital Economics. Die Wahl habe ein ausgesprochen marktfreundliches Ergebnis gebracht.

Premierminister David Cameron hat mit seiner Konservativen Partei die Parlamentswahl in Grossbritannien klar gewonnen und steht vor dem Wiedereinzug in die Downing Street. Eine Prognose der BBC ging am Freitagmorgen davon aus, dass es für Cameron nach fünf Jahren Koalition mit den Liberaldemokraten zu einer Alleinregierung reicht. Den Konservativen wurden 325 der 650 Sitze im Parlament vorhergesagt. Da die vier gewählten Abgeordneten der nordirischen Sinn-Fein-Partei ihre Sitze traditionell nicht einnehmen, würde dies de facto eine absolute Mehrheit für Cameron bedeuten.

Banken ganz vorne

Zu den grössten Gewinnern im «Footsie»-Index zählten Aktien von Banken, Immobilienkonzernen und Versorgern. So verteuerten sich die Papiere des Energiekonzerns Centrica als einer der besten Werte in dem Leitindex um annähernd 7 Prozent. Babcock International sprangen in der Index-Spitze um 8 Prozent hoch.

«Grossbritanniens Banken dürften sich über das Wahlergebnis besonders freuen», erläuterten die Analysten von Bernstein. Sie verwiesen auf die Bankenabgabe, die die Labour-Partei weiter erhöhen wollte. Dies hätte die Gewinne der Banken belastet und es sei wohl auch schon zum Teil in ihren Aktienkursen eingepreist gewesen. Bernstein hält nun vor allem die Aussichten für die Royal Bank of Scotland für überzeugend. Die Papiere der Bank gewannen rund 5 Prozent.

Börsianer sind erleichtert

Marktteilnehmer zeigten sich insgesamt erleichtert darüber, dass die Gefahr einer unsicheren Regierungsbildung und die damit verbundenen Investitionsrisiken nun wohl gebannt seien. Das Wahlergebnis dürfte für Grossbritannien einen neuen Investitionsschub bringen, war die Meinung auf dem Parkett.

Die Nachfrage nach erstklassigen Immobilienwerten bleibe ungebrochen hoch und sei nur durch die Wahlen ins Stocken geraten. Entsprechend legten britische Immobilienwerte am Freitagmorgen durch die Bank kräftig zu. Für Barratt Developments ging es beispielsweis um rund 6 Prozent aufwärts.

(sda/ise)

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