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Euro auf tiefstem Stand seit Mitte März

Schwacher Euro: Die Gemeinschaftswährung gibt nach. Keystone

Der Euro hat gegenüber dem Franken erneut nachgegeben. Die Gemeinschaftswährung steht jetzt bei weniger als 1,04 Franken. Das ist der tiefste Stand seit Mitte März.

Veröffentlicht am 10.04.2015

Der Euro hat am Freitag seinen zum Wochenstart begonnenen Sinkflug fortgesetzt. Im Tief fiel die Gemeinschaftswährung auf 1,0591 US-Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit Mitte März. Seit Wochenbeginn hat der Euro vier US-Cent eingebüsst. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,0774 Dollar festgesetzt.

Auch zum Franken gab die Gemeinschaftswährung ab und fällt unter die Marke von 1,04 Franken. Aktuell notiert der Euro zu 1,0395 Franken nach 1,0426 am Morgen. Das Tagestief liegt bei 1,0372. Die ZKB sieht den Euro weiter in einer leichten Abwärtstendenz. Bleibt der Kurs unter 1,0395 dürfte sich diese Situation noch verschärfen und weitere Kursverluste bis 1,0350 oder im Extremfall sogar bis 1,0225 verursachen.

Amerikanische Geldpolitik beflügelt Dollar

Der Dollar zeigt sich zum Franken unterdessen fester mit 0,9808 Franken nach zuvor 0,9766. Die Türe sei nun offen für weitere Kursgewinne bis 0,9812, so der Charttechniker der ZKB. Darüber seien weitere Kursgewinne bis 0,9865 oder sogar 0,9910 möglich.

Als wichtigster Grund für die neuerliche Dollarstärke gilt die amerikanische Geldpolitik. Zwar ist weiterhin ungewiss, wann genau die US-Notenbank mit Zinsanhebungen beginnen wird. Ein Ende der langjährigen Nullzinspolitik scheint aber trotz starkem Dollar, schwacher Inflation und zuletzt enttäuschender Konjunkturdaten absehbar. Fachleute zeigten sich von dem in dieser Woche veröffentlichten Protokoll zur jüngsten Zinssitzung überrascht, weil die Stimmen für und gegen eine frühe Zinswende in der Fed recht ausgeglichen waren.

Gegen den Dollarauftrieb konnten sich vor dem Wochenende nur wenige Währungen behaupten. Dazu gehörte der russische Rubel, der weitere 2,5 Prozent zur Reservewährung zulegte. Seit Anfang Februar hat der Rubel zu Dollar und Euro etwa dreissig Prozent an Wert gewonnen, nachdem er im Dezember abgestürzt war. Gründe für die Erholung sind die etwas weniger drastische Lage im Konflikt in der Ostukraine und die Stabilisierung der Preise für Rohöl, neben Erdgas das wichtigste Ausfuhrprodukt Russlands.

(awp/me/gku)

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