Die weiterhin angespannte Lage in der Eurozone hat die US-Börsen erneut im Minus schliessen lassen. Damit setzte sich die Tendenz der vergangenen Wochen fort.

Am Nachmittag kam es zu einer plötzlichen Verkaufswelle: Innerhalb von zehn Minuten verlor der S&P-Index 1,1 Prozent. Die Ursache war zunächst unklar.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,1 Prozent im Minus bei 11'770 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 11'948 und 11'676 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 1,7 Prozent auf 1216 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab zwei Prozent nach auf 2587 Punkten.

Am Markt wurde die schwache Entwicklung mit der anhaltenden Unsicherheit wegen der Schuldenkrise begründet. «Die Finanzmärkte sind weiterhin fest in der Hand der Eurozone, auch wenn jüngste Wirtschaftsdaten aus den USA für eine Aufhellung der wirtschaftlichen Perspektiven sprechen», so ein Marktteilnehmer.

Anzeige

Spanien etwa hatte am Donnerstag deutlich höhere Zinsen für frisches Geld am Kapitalmarkt bezahlen müssen. In den USA waren derweil die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche entgegen den Erwartungen gesunken, während der Anstieg der Baugenehmigungen im Oktober positiv überrascht hatte.

Alcoa und JP Morgan verlieren mehr als 3 Prozent

Die deutlichsten Verluste gab es in den Banken-, Rohstoff- und Technologiebranchen. Anteile des Aluminiumkonzerns Alcoa etwa büssten als Schlusslicht im Dow Jones 3,51 Prozent ein, was Händler mit kräftig nachgebenden Rohstoffpreisen begründeten.

Aktien von JP Morgan schlossen 3,11 Prozent tiefer und Intel-Anteile verloren 2,41 Prozent. Papiere von Boeing konnten sich dem Abwärtstrend nicht entziehen und gaben trotz der Aussicht auf einen Grossauftrag aus Indonesien um 0,38 Prozent nach.

Auf Unternehmensseite stand zudem ein Börsengang im Blickfeld der Anleger: Die Aktien des Automobilzulieferers Delphi starteten mit 21,25 US-Dollar deutlich unterhalb des Ausgabepreises von 22 Dollar in den Handel. Letztendlich schlossen sie mit einem Minus von rund 3 Prozent bei 21,33 Dollar.

Börsianer sprachen angesichts des widrigen Marktumfelds aber von einem durchaus gelungenen Debüt. Delphi hatte bei der Ausgabe schon Zugeständnisse machen müssen: Die Papiere waren zuvor für 22 bis 24 Dollar zur Zeichnung angeboten worden.

(tno/awp/sda)