1. Home
  2. Invest
  3. Europäische Small und Mid Caps florieren

Small Caps
Europäische Small und Mid Caps florieren

Lavendel-Frankreich
Lavendelfeld in Südfrankreich: Nicht nur der schönen Landschaften wegen lohnt sich ein Blick ins Nachbarland.Quelle: Keystone

Trotz der Anfang Jahr aufflackernden Volatilität, setzt sich der Aufschwung im Marktsegment der europäischen Small und Mid Caps fort.

Von Charlie Anniss
am 29.06.2018

In den letzten Jahren – mit Ausnahme von 2016 – haben europäische Small und Mid Caps die Aktien grosser Konzerne systematisch ausgestochen. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres stieg die Volatilität an den Aktienmärkten im Grossen und Ganzen sprunghaft an, wirkte sich aber in erster Linie auf die Large Caps aus. Diese wurden einerseits durch die Verkäufe von ETF zu Beginn des Jahres, andererseits durch die schwache Performance der «Bond-Proxies» in Zeiten steigender Renditen belastet. 

In diesem turbulenten Umfeld setzten Small und Mid Caps ihren Siegeszug gegenüber Large Caps unbeirrt fort. Von Januar bis Mai 2018 verzeichnete der MSCI Europe Large Caps eine Performance von +0,22 Prozent (per 31. Mai 2018), während der MSCI Europe Small Caps um 3,02 Prozent zulegte.

Weiterhin gute Aussichten

Angesichts der soliden Fundamentaldaten dieser Unternehmen dürfte diese ansprechende Performance bis zum Jahresende anhalten. Für 2018 wird bei den europäischen Small und Mid Caps mit einem Gewinnwachstum von 19 bis 20 Prozent gerechnet. Dies erstaunt kaum, da dieser Trend struktureller Art ist. Kleine Unternehmen bergen von Natur aus ein höheres Wachstumspotenzial als Grosskonzerne, die auf ihrem Markt das Reifestadium bereits erreicht haben. Small Caps sind zudem stärker vom Binnenmarkt abhängig als grosse – und der Konjunkturmotor in Europa läuft gerade wie geschmiert.

Diese solide Dynamik begünstigt auch Fusionen und Übernahmen und da sind klein- und mittelkapitalisierte Firmen bevorzugte Kandidaten. Seit Jahresbeginn sind bereits zahlreiche Transaktionen dieser Art durchgeführt worden. Die Kadenz dürfte sich angesichts des Tiefzinsumfelds in Europa weiter erhöhen, bevor die Zinsen dann allmählich zu steigen beginnen, weil die EZB ihre Wertpapierkäufe einstellt. Zu guter Letzt haben europäische KMU den Vorteil, deutlich weniger verschuldet zu sein als die amerikanische Konkurrenz – nämlich im Durchschnitt nur halb so hoch.

Attraktive Bewertungen

Der Preis für diese Qualität ist im Übrigen immer noch attraktiv. Nachdem Small und Mid Caps mehrere Jahre in Folge eine hervorragende Performance erzielt haben, liegen ihre Bewertungen mittlerweile zwar über dem langfristigen Durchschnitt, entsprechen generell aber dem Niveau grosskapitalisierter Titel. Small und Mid Caps wachsen jedoch schneller als Large Caps. Daher ist ihre relative Bewertung besonders interessant. Und auch hier ist der Vergleich mit den amerikanischen Small und Mid Caps klar und deutlich: Letztere weisen höhere Bewertungen auf als die europäischen.

Um in vollem Umfang von den Gelegenheiten im Small- und Mid-Cap-Segment zu profitieren, gilt es nach wie vor, wählerisch zu sein. Attraktive Möglichkeiten bieten derzeit zahlreiche irische, französische und spanische KMU. 

Charlie Anniss, Senior Portfolio Manager bei Union Bancaire Privée (UBP)
 

Anzeige