Die europäischen Notenbanker pumpen monatlich 60 Milliarden Euro in die Märkte. Das drückt den Wert der Gemeinschaftswährung. In der vergangenen Woche hatte der Euro vier US-Cent an Wert verloren. Und auch gegenüber dem Franken bleibt der Euro unter Druck.

Die Entwicklung ist den Schweizer Geldhütern sicherlich nicht entgangen. «Aufgrund der aktuell zu beobachtenden Aufwertung des Schweizer Frankens zum Euro dürfte auch die Reaktion der Schweizerischen Nationalbank darauf wieder intensiver werden», meint Anja Hochberg, Credit-Suisse-Chefanlegerin für Europa und die Schweiz, im Interview mit dem Finanznachrichten-Portal finanzen.ch.

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Banken im Fokus

Die abermalige Euroschwäche rückt die Bankenbranche wieder in den Fokus, ist die Expertin überzeugt, denn die Nationalbank kämpft mit Minuszinsen gegen einen starken Franken. Das sägt an einem der wichtigsten Ertragspfeiler zahlreicher Finanzhäuser: dem Zinsdifferenzgeschäft. Dieses ist branchenweit für über einen Drittel der Bankerträge verantwortlich, bei den Kantonal-, Regional- und Raiffeisenbanken gar für 60 bis 80 Prozent, wie eine kürzlich publizierte UBS-Studie festhält.

Die Devisen- und Zinsmärkte sind aber nicht die einzigen Unsicherheitsfaktoren. Die Entwicklung des Ölpreises kann ganzen Branchen Aufwind geben – oder ins Elend stürzen. Hochberg sagt denn auch unmissverständlich: «Entscheidend ist ganz klar die Frage, wie der Markt mit einem erneuten Fall der Ölpreise umgehen würde.» Ein tiefer Ölpreis wäre sicherlich wachstumstreibend und würde den US-Aktienmarkt stützen. Auf der anderen Seite könnte ein konjunktureller Aufschwung eine frühe Zinswende einläuten, «was Positionierungsanpassungen mit sich bringen würde».

Das ganze Interview lesen Sie auf unserer Schwester-Homepage finanzen.ch. Da erklärt Anja Hochberg auch, warum Investoren mehr Interesse am Luxusgütersektor zeigen sollten.