Viele Aktienmärkte bewegen sich derzeit bereits nahe ihrer Rekordstände. Und doch sehen Analysten viel Aufwärtspotenzial - sowohl für Europa als auch die Schweiz. Geht es nach den Fachleuten des normalerweise eher zurückhaltenden Zuger Anleiheninvestors Bantleon wird der Deutsche Aktienindex (Dax) noch in diesem Jahr die Marke von 10'000 Punkten durchbrechen. Das geht aus dem heute veröffentlichten vierteljährlichen Ausblick hervor. Ausgehend von derzeit rund 8'700 Zählern entspricht das einem Plus von satten 15 Prozent.

Damit stehen die Zuger Analysten nicht allein. Auch im hohen Norden ist man zuversichtlich: So sieht Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, den deutschen Leitindex ebenfalls bald im fünfstelligen Bereich: «Unsere Prognose - mit hanseatischer Zurückhaltung erstellt - sieht den Dax im Frühjahr 2014 bei 10'000 Punkten», sagt Hellmeyer. Die Chance sei gegeben, dass der wichtigste deutsche Aktienindex bis Ende Jahr bei 9'000 stehen dürfte.

«Europäische Aktien haben Potenzial»

Vor allem für Europa sieht der Analyst nach der langjährigen Flaute viel Aufholpotenzial. Damit steht er keineswegs alleine da. «Wir sind positiv gestimmt für Aktien aus der Euro-Peripherie», sagt auch Patrik Lang, Aktienmarktexperte bei der Bank Julius Bär. Denn neben dem konjunkturellen Ausblick - die Euro-Zone liess jüngst die Rezession hinter sich - hat sich auch strukturell viel getan.

Die Euro-Krisenländer Italien, Spanien, Portugal, Irland und Griechenland weisen inzwischen wieder Leistungsbilanzüberschüsse auf, kommentiert Swisscanto-Chefökonom Thomas Liebi für «stocks DIGITAL». Neben den Reformen spreche für dieses Szenario nach Jahren der Austerität auch, dass der fiskalische Druck ab 2014 in Europa spürbar abnehmen dürfte. «Europäische Aktien haben daher weiter Potenzial», glaubt er.  Die Bantleon-Experten sehen den Euro Stoxx 50 dank zusätzlichem Schub von den Peripheriemärkten bis Anfang 2014 sogar mit 20 Prozent im Plus.

SMI: Von 8000 auf 9000 Punkte?

Positiv gestimmt ist man in Zug auch mit Blick auf  den Schweizer SMI - bis Anfang 2014 sieht man «noch Luft bis knapp über 9000 Punkte». Damit gehören diese Fachleute jedoch zu den ausgesprochenen Optimisten. Etwas verhaltener sind im Gegensatz die Experten von Julius Bär: Dort rechnet man für den SMI in den kommenden zwölf Monaten nur mit einem leichten Plus aus 8100 Zähler. Weitaus optimistischer gab sich vor vier Monaten Sarasin-Chefanalyst Burkhard Varnholt. Er prognostizierte für den SMI gar 15'000 Punkte.

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