Die Aktien von Swatch und Richemont, den beiden Luxusgüterkonzernen im SMI, stehen am Dienstag im frühen Geschäft überdurchschnittlich unter Druck. Die am Morgen für den September präsentierten Zahlen zu den Uhrenexporten fielen schwächer aus als erwartet. Dabei waren es nebst den derzeit schwierigen Hauptmärkten China und Hongkong vor allem weitere asiatische Märkte, welche enttäuschten, sowie auch Europa. Darüber hinaus werden in Marktkreisen bereits auch Befürchtungen für 2016 genannt.

Bis am späten Vormittag gehen Swatch-Aktien um 2,61 Prozent auf 365.50 Franken zurück. Die Richemont-Titel verlieren 1,98 Prozent auf 79.25 Franken. Der Gesamtmarkt (SMI) steht 0,57 Prozent tiefer.

«Unter den Erwartungen»

Die Uhrenexporte hätten klar unter den Erwartungen gelegen, heisst es in einer Einschätzung der ZKB, welche gleichzeitig den September als den viertwichtigsten Monat des Jahres bezeichnet. Nach neun Monaten habe sich damit die Entwicklung auf -2,0 Prozent verschlechtert, nachdem im ersten Semester noch ein Plus der Uhrenexporte von 0,4 Prozent resultiert hatte. Das Hongkong und China schwach seien, sei nicht neu, so die Zürcher Kantonalbank.

Neu sei jedoch, dass mit Ausnahme von Japan weitere wichtige asiatische Märkte zweistellige Rückgänge verzeichnet hätten und dass auch die USA klar rückläufig seien. Bislang habe vor allem Europa dank eines starken Tourismusgeschäfts das schwache Abschneiden in China/Hongkong noch überkompensiert, dies war jedoch mit einem Plus von 3,0 Prozent nicht mehr der Fall.

«Schlechter als gedacht»

Offensichtlich habe sich das weltweite Tourismusgeschäft vor allem mit den Chinesen, aber auch mit anderen Nationen verlangsamt. Falls sich dies bestätigen sollte, wäre dies auch negativ für 2016. Bisher seien sowohl der Markt als auch die Bank selber für 2016 wieder von einer Wachstumsverbesserung ausgegangen.

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Ähnlich sehen dies die Ökonomen bei der Bank Kepler Cheuvreux. Die Zahlen seien schlechter als gedacht, da neben den lahmenden Märkten Hongkong und China auch die USA ein markantes Minus verzeichnet hätten, schreibt Kepler Cheuvreux. Dazu gäben Märkte wie Südkorea, Taiwan oder Singapur zu Sorgen Anlass, also dort, wo die Chinesen gerne einkaufen würden.

Das Institut verweist weiter auf den Umstand, dass zwar alle Preissegmente schwach abgeschnitten hätten, dass aber die mittlere Preiskategorie für Uhren bis 1000 Dollar besonders deutlich an Terrain eingebüsst habe. Dies könnte ein Hinweis auf eine gewisse Nervosität der Händler im Zusammenhang mit der Lancierung der Apple Watch sein.

(awp/mbü/ama)