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Geldpolitik
EZB beschleunigt Käufe vor drohender Sommerflaute

Geldturm der EZB: Die Notenbanker kaufen vor der Sommerflaute. Keystone

Vor der sommerlichen Urlaubszeit kauft die Europäische Zentralbank nochmals kräftig zu. Die Notenbanker gaben zuletzt mehr als 63 Milliarden Euro für das Anleihekaufprogramm aus.

Veröffentlicht am 01.06.2015

Die Europäische Zentralbank hat im Mai ihr Aktiva-Kaufprogramm verstärkt und damit ihre Ankündigung wahr gemacht, vor der sommerlichen Urlaubszeit in der Region die Käufe zu verstärken.

Die Bestände an Anleihen aus dem öffentlichen und privaten Sektor in ihrem quantitativen Lockerungsprogramm stiegen um 63,1 Milliarden Euro, wie aus Daten auf der EZB-Website hervorging. Die Käufe waren im April um 60,3 Milliarden Euro angezogen.

Mitte Mai angekündigt

EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Coeuré hatte am 18. Mai in einer Rede gesagt, dass die Notenbank das Tempo der Bondkäufe beschleunigen wolle, um die erwartete niedrigere Liquidität im Juli und August zu kompensieren. Die Äusserungen lösten einen Rückgang der Staatsanleihe-Renditen und des Euro aus, als die Rede am nächsten Tag veröffentlicht wurde.

«Die Lösung, die Käufe vorzuziehen, ist eine elegante und flexible Möglichkeit, die Liquiditätsbedenken anzugehen», sagte Anatoli Annenkov, leitender Ökonom bei Société Générale SA in London, vor Bekanntgabe der aktuellen Zahlen. «Allerdings wirft es auch die Frage auf, was die EZB sonst noch tun könnte oder würde, wenn sie von einer stärkeren, unverhofften Straffung getroffen würde, beispielsweise durch eine deutliche Erhöhung der US-Zinsen.»

QE im März begonnen

Die Käufe von Staatsanleihen und Papieren von Emittenten mit Förderauftrag sind um 51,6 Milliarden Euro auf 146,7 Milliarden Euro im Mai geklettert. Die Käufe von Covered Bonds zogen um 10 Milliarden Euro auf 85,1 Milliarden Euro an, die von forderungsbesicherten Papieren (ABS) um 1,4 Milliarden Euro auf 7,2 Milliarden Euro.

QE hat im März begonnen mit dem Ziel für insgesamt 60 Milliarden Euro monatlich Staatsanleihen und Papiere von Instituten mit Förderauftrag sowie Covered Bonds und ABS zu erwerben. Die Währungshüter wollen das Programm bis September 2016 laufen lassen, oder bis eine nachhaltige Rückkehr des Inflationstrends in Richtung von knapp unter 2 Prozent ersichtlich ist.

(bloomberg/ise/chb)

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