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EZB-Paukenschlag kümmert den Franken wenig

Schweizer Franken: Wenig beeindruckt vom EZB-Entscheid.  Keystone

Zunächst reagierte der Franken kaum auf das Milliardenprogramm der Europäischen Zentralbank. Die Massnahme war im Vorfeld erwartet worden. Zudem gelten seit heute die Negativzinsen der SNB.

Veröffentlicht am 22.01.2015

Unmittelbar nach dem Entscheid der Europäischen Zentralbank (EZB), Anleihen aufzukaufen, ist wenig passiert. Der Kurs des Euro gegenüber dem Franken war vorerst kaum verändert. Um 15.00 Uhr wurde der Euro zu 0,9920 Franken gehandelt. Vor der Ankündigung war er nur wenige Hundertstel-Rappen höher gehandelt worden. Danach fiel der Euro aber auf 0.9860 Franken.

Dies kann damit erklärt werden, dass die Massnahme weitgehend erwartet worden war. Sie war im Kurs also schon eingepreist. Einzig die Grössenordnung wich leicht von den Erwartungen ab. Die EZB beschloss, monatlich Anleihen im Gesamtwert von 60 Milliarden Euro zu erwerben. Im Vorfeld war über den Betrag von 50 Milliarden Euro spekuliert worden.

Diese Spekulationen hatten im Verlauf des ganzen Tages zu Kursschwankungen geführt. Am frühen Morgen kostete der Euro noch etwas mehr als einen Franken. Danach ging es in wildem Zickzack auf und ab. Das gilt auch für den Dollar. Jener verlor sogar noch mehr an Wert nach der EZB-Ankündigung. Vor der Pressekonferenz bewegte sich der Kurs um die 1.162 Euro je Dollar. Danach sackte der Kurs steil auf ein Tief von 1.147 Euro je Dollar. Das ist ein Verlust von fast zwei Euro-Cent je Dollar.

Negativzinsen sollen weitere Stärkung verhindern

Auf den Euro-Franken-Kurs wirkt sich indes nicht nur die nun angekündigte Geldschwemme der EZB aus. Auch die Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die seit (heutigem) Donnerstag gelten, dürften eingepreist worden sein.

Mit den Negativzinsen will die SNB verhindern, dass Anleger im grossen Stil in den «sicheren Hafen» Franken strömen und damit den Franken weiter stärken. Sie erhebt daher gewissermassen Strafgebühren. Beschlossen wurde die Massnahme bereits im Dezember. Damals war allerdings von nur 0,25 Prozent die Rede gewesen. Nach der Aufgabe des Mindestkurses hat die SNB den Negativzins auf 0,75 Prozent erhöht.

(awp/ise/gku)

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