Enttäuschung über die Geldpolitik der EZB hat an Asiens Börsen für Kursverluste gesorgt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Donnerstag zwar angekündigt, ihr Anleihen-Kaufprogramm zu verlängern. Doch Investoren hatten mit deutlicheren Schritten gerechnet.

In Tokio lag der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,9 Prozent im Minus bei knapp 19'557 Punkten. Händler sagten, der Ausverkauf dürfte nur von kurzer Dauer sein. Schon bald werde sich das Augenmerk der Anleger wieder auf die US-Notenbank (Fed) richten. Der an diesem Freitag anstehende US-Arbeitsmarktbericht soll weitere Hinweise liefern, ob die Fed bei ihrer Sitzung Mitte des Monats die Zinsen anheben wird.

Fujitsu im Fokus

Im Fokus der Börsianer standen unter anderem Fujitsu, die 2,7 Prozent anzogen. Einem Bericht der Zeitung «Nikkei» zufolge erwägt der Konzern gemeinsam mit Toshiba und dem Sony-Ableger Vaio eine Fusion der PC-Geschäfte. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte mit Ausnahme Japans sank 0,8 Prozent. In Shanghai verlor die Börse 1,3 Prozent.

An den Devisenmärkten in Fernost tendierte der Euro mit 1,0923 Dollar etwas schwächer als im späten New Yorker Handel, nachdem er am Donnerstag mit einem Kurssprung auf den EZB-Entscheid reagiert hatte. Zur japanischen Währung wurde der Dollar wenig verändert mit 122,58 Yen gehandelt. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,0842 und zum Dollar mit 0,9926.

Schwache Wall Street

Der EZB-Beschluss hat auch die Börsen in den USA am Donnerstag belastet: Der Dow Jones Industrial endete am Donnerstag mit einem Minus von 1,42 Prozent auf 17'477,67 Punkte nur wenig über seinem Tagestief. Der marktbreite S&P-500-Index verlor 1,44 Prozent auf 2049,62 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 sackte um 1,70 Prozent auf 4606,76 Punkte ab, blieb aber – anders als die beiden Standardwerte-Indizes – auf Jahressicht immerhin im Plus.

Schon am Vortag hatte der New Yorker Leitindex deutlich darunter gelitten, dass die US-Notenbank (Fed) Mitte Dezember erstmals seit der Finanzkrise an der Zinsschraube drehen dürfte.

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SMI im Minus

Feder lassen mussten am Donnerstag auch die Schweizer Börse: Der Swiss Market Index (SMI) schloss 1,82 Prozent im Minus auf 8852,14 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sank um 1,64 Prozent auf 1'337,61 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) verlor 1,64 Prozent auf 9110,68 Punkte. Von den 30 Blue Chips schlossen 28 im Minus und 2 im Plus.

(reuters/sda/ise/chb)