Zum Handelsbeginn am Freitag kostete das Papier von Facebook in New York 32,75 Dollar. Das waren 0,85 Prozent weniger als der Schlusskurs vom Vortag und knapp 14 Prozent weniger als der Ausgabekurs von 38 Dollar.

Das boomende Soziale Netzwerk mit seinen mehr als 900 Millionen Mitgliedern hat damit einen der übelsten Börsengänge der vergangenen Jahre hingelegt.

Facebook war mit allerlei Pannen und Ungereimtheiten ins Börsenleben gestartet, die nun Gerichte und Finanzaufseher beschäftigen. Der Börsenbetreiber Nasdaq war mit der schieren Zahl der Anlegerwünsche zum Börsenstart überfordert. Das Facebook-Papier ging vor Wochenfrist mit einer halben Stunde Verspätung in den Handel - viele Order wurden fehlerhaft ausgeführt.

Vor allem Stornierungen und Änderungen von Kaufaufträgen bereiteten Probleme, so dass am Ende Anleger auf Facebook-Aktien sassen, die sie eigentlich gar nicht haben wollten. Wegen des Kursverfalls müssen sie nun heftige Verluste verdauen. Ein Anleger hat eine Sammelklage eingereicht, um für sich und alle anderen Geschädigten Wiedergutmachung von der Nasdaq zu erstreiten.

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Morgan Stanley entschädigt Kunden

Nach Informationen von US-Medien will die Investmentbank Morgan Stanley, die den Börsengang federführend betreut hatte, ihre eigenen Kunden für derartige Verluste entschädigen. Die «New York Times» berichtete von einer internen Telefonkonferenz, in der die Pläne vorgestellt worden seien. Nach Informationen der Finanznachrichtenagentur Bloomberg will Morgan Stanley dafür einen Teil des Geldes verwenden, das die Bank am ersten Handelstag bei Stabilisierungsgeschäften gemacht habe.

In der Kritik steht auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Er hatte offenbar schon erwartet, dass der Aktienpreis nach dem IPO wieder fällt und rechtzeitig einen ganzen Haufen Papiere verkauft. Laut amerikanischen Medien hat Zuckerberg so etwa 11 Millionen Dollar verdient.

Anleger fühlen sich betrogen und haben inzwischen sogar ein eigenes Wort für das, was man mit ihnen gemacht hat: «Zucked» wurde man, wenn man nach dem IPO im Regen stand. Der Fall beschäftigt nun auch den US-Senat. Wie verschiedene US-Medien berichten, soll Mark Zuckerberg aussagen. Dann wird entschieden, ob es eine öffentliche Anhörung gibt.

(laf/vst)