Eine der grössten Herausforderungen für die US-Wirtschaft und die neue Obama-Administration ist die geplatzte Immobilienblase. Fallende Häuserpreise stürzen Millionen von amerikanischen Familien in Schulden, weil der Wert der oft hoch belehnten Häuser stark gefallen ist und der Schuldendienst einen immer grösseren Anteil der Haushaltbudgets beansprucht.

Abbröckelnde Preise ohne Ende

Begünstigt durch eine Tiefzinspolitik und angeheizt durch einen Wirtschaftsboom, stiegen die Immobilienpreise zwischen Januar 2000 und dem Sommer 2006 um 125% (S&P Case-Shiller-Index). Seither bröckeln die Preise kontinuierlich ab. Der Ende Oktober veröffentlichte Indexstand, der die August-Daten umfasst, liegt 11% unter dem Stand vom letzten Dezember und 20% unter dem Höchststand. Eine Alternative zum S&P Case-Shiller-Index, der S&P-Homebuilding Index, basiert auf den Aktien von 15 amerikanischen Baufirmen und spiegelt die Lage am Immobilienmarkt gut. Hier lag der Wendepunkt im Frühjahr 2006. Seither ist der Index von 1280 auf knapp über 200 Punkte abgestürzt. Weil für die US-Häuserpreise nicht nur das Zinsniveau, sondern auch die Arbeitsmarktlage sehr wichtig sind und erst im nächsten Jahr der Höhepunkt bei der Arbeitslosenzahl in den USA zu erwarten ist, dürften die US-Häuserpreise noch einige Quartale unter Druck stehen.Laut den Analysten von Wachovia fielen die Preise im September weiter und liegen jetzt auf der Höhe vom September 2004. «Der Schlüssel zu einer Wende liegt in der Nachfragesituation», meint Wachovia-Analyst Carl Reichhardt, «und ohne die Bereitschaft der Banken, ihre Ausleihungen zu verstärken, oder ohne Anreize für die potenziellen Besitzer sehen wir keine Veränderungen in der nächsten Zeit.» Auch rasche Entschlüsse der neuen Regierung haben laut Analysten lediglich eine beschränkte Wirkung. «Wir sind skeptisch, ob ein spezieller Plan zur Verzögerung von Zwangsliquidierungen der Wohnhäusern, der laut Medienberichten in Vorbereitung ist, die Lage am US-Markt verändern wird», kommentiert Citigroup-Analyst Josh Levin die Lage in den USA. Denn jeder Plan, der nicht die fehlenden oder negativen finanziellen Implikationen der Hausbesitzer berücksichtige, könne die Hausbesitzer auch nicht aus ihrer Zwangslage befreien.

Kurs des Produktes verdoppelt

Anleger, die mit einer Fortsetzung der Baisse am US-Wohnimmobilienmarkt rechnen, dürften bei den Short-Mini-Future HOUSB oder HOUSD von ABN Amro fündig werden. Solche Mini-Futures sind Hebelprodukte. In der Short-Variante steigt der Kurs dieser Papiere überproportional, wenn der Basiswert – hier die US-Häuserpreise – fallen. Beide Mini-Futures sind in Dollar denominiert.Die Bilanz bis heute kann sich sehen lassen: Seit der Lancierung im August 2007 hat sich der Kurs von HOUSB verdoppelt. Zum Vergleich: Der SMI ist in diesem Zeitraum um 30% gefallen. Der HOUSB-Kurs steigt oft, wenn der SMI fällt. Allerdings ersetzen diese Produkte damit keinen konventionellen SMI-Put, mit denen sich Anleger beispielsweise gegen massive Kursverluste eines SMI-Portefeuilles absichern können. Hierfür ist ein Put wie beispielsweise SMIGL, der in den letzten Tagen hohe Handelsvolumen sah, weitaus besser geeignet.

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