Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel mit deutlichen Kursabschlägen aufgenommen. Auf die Börse drücken pessimistische Aussagen der US-Notenbank Fed zur Konjunkturentwicklung. Dies hatte am Vorabend bereits an der Wall Street und in der Folge auch in Asien zu grossen Verlusten geführt. So fiel der Nikkei-225-Index um 2,07 Prozent auf 8560 Punkte und näherte sich damit wieder seinem Mitte September erreichten Sechsmonatstief.

Der Schweizer Leitindex SMI stand gegen 11.15 Uhr mit 2,51 Prozent im Minus bei 5338 Punkten. Der Dax verlor 4,01 Prozent.

Zur Eröffnung sank auch der EuroStoxx 50 um 2,77 Prozent. In Paris verlor der CAC 40 am Morgen 2,77 Prozent, der Londoner FTSE 100 büsste 2,76 Prozent ein.

Die US-Währungshüter hatten wie erwartet den Leitzins unverändert belassen und die Umschichtung der Anleihenbestände von kurz- in langfristig laufende Titel angekündigt. In seinem Kommentar hat das Fed die «signifikanten Abwärtsrisiken» für die US-Konjunktur als Grund für die 400-Milliarden-schwere Umschichtung genannt. Allerdings wird in Expertenkreisen bezweifelt, dass das Programm die US-Wirtschaft nachhaltig stimulieren wird.

Als weiteren Belastungsfaktor führen Händler die Ratingabstufungen bei sieben italienischen Banken durch Standard & Poor's und belastende Aussagen der Agentur Moody's zum US-Bankensektor an.

Logitech und Luxusgüter im Minus

Im Schweizer Blue-Chips-Segment brechen die Titel des Computer-Zubehörherstellers Logitech um mehr als 10 Prozent ein. Logitech musste nach nicht einmal zwei Monaten den Ausblick für das Gesamtjahr 2011/12 ein weiteres Mal reduzieren. Begründet wird die Anpassung mit der schwierigen konjunkturellen Lage in Europa und den USA.

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Besonders enttäuscht habe die deutlich gesenkte Ebit-Prognose, meinen Marktbeobachter. Nun bleibe zu hoffen, dass die für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres und für 2012/13 versprochenen Fortschritte tatsächlich eintreten würden.

Nebst Logitech büssen auch andere konjunkturabhängige Titel überdurchschnittlich an Wert ein. So verlieren etwa die Luxusgüteraktien von Richemont 6,65 Prozent und der Swatch Group 4,38 Prozent.

Weiter stehen auch die Bankentitel nach wie vor im Fokus. Credit Suisse verlieren nach den starken Avancen vom Vortag 4,69 Prozent, UBS büssen 2,81 Prozent und Julius Bär 4,17 Prozent ein.

Schweizer Bankdaten bis Donnerstag an die USA

Die gesenkten Einschätzungen für die Kreditwürdigkeit von italienischen Banken dürften das Sentiment im Bankensektor belasten, ausserdem hält Moody's Pleiten von grossen US-Banken für wahrscheinlich.

Weiterhin müssen die Schweizer Banken schneller als geplant neue Angaben über ihr Geschäft mit US-Kunden ausliefern. Dabei sind die Amerikaner vor allem an der Anzahl von Kunden interessiert, die mutmasslich Steuerbetrug oder Steuerhinterziehung begingen.

Bereits am Donnerstag zum New Yorker Börsenschluss müssen die Daten beim Justizministerium der USA und der US-Steuerbehörde eingetroffen sein.
Das geht aus Dokumenten hervor, die bei Banken zirkulieren.

(tno/rcv/awp)