Die Erwartung einer Zinsanhebung der US-Notenbank (Fed) noch in diesem Monat hat Asiens Aktienmärkte belastet. Auslöser waren Äusserungen von Fed-Chefin Janet Yellen. Sie bereitete die Börsen in einer Rede auf eine Zinserhöhung vor, ohne jedoch einen Termin anzudeuten.

Die aktuellen Niedrigzinsen gelten als eine der Hauptursachen für die hohen Aktienkurse. Marktbeobachtern zufolge hielten sich viele Investoren zudem vor der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) zurück. Diese wird nach Einschätzung von Experten aus Sorge über die anhaltend niedrige Inflation eine Ausweitung ihrer Anleihen-Käufe beschliessen.

Nikkei im Minus

In Tokio lag der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,2 Prozent tiefer bei rund 19’895 Punkten. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte mit Ausnahme Japans sank 0,6 Prozent. In Shanghai dagegen gewann die Börse 0,7 Prozent.

An den Devisenmärkten in Fernost tendierte der Euro 0,2 Prozent schwächer mit 1,0595 Dollar. Zur japanischen Währung wurde der Dollar nach Yellens Äusserungen ebenfalls etwas höher mit 123,32 Yen gehandelt. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,0806 und zum Dollar mit 1,0202.

Verkaufswelle an der Wall Street

Die Äusserungen der Fed-Chefin haben gestern auch Spuren an der Wall Street hinterlassen: Die US-Aktienmärkte verzeichneten Kursverluste. Verkauft wurden vor allem Aktien von Energieunternehmen. Auch die Nasdaq gab nach, trotz Kursrekorden bei mehreren Technologie-Riesen.

Der Dow-Jones-Index schloss mit 17'729 Punkten 0,89 Prozent im Minus. Der breiter gefasste S&P-500 tendierte mit 2079 Zählern 1,1 Prozent tiefer. Die Nasdaq stand am Ende bei 5123 Punkten, ein Minus von 0,64 Prozent.

(reuters/ise/chb)