US-Notenbankchefin Janet Yellen warnt vor einer Überhitzung an den Börsen. Die Aktienbewertungen seien derzeit «ziemlich hoch», sagte Yellen am Mittwoch bei einer Konferenz in Washington auf Fragen von IWF-Chefin Christine Lagarde. Dies bringe «mögliche Gefahren» für die Finanzstabilität mit sich. Diese Risiken seien aber bislang unter Kontrolle und moderat. Noch gebe es keine Anzeichen für eine Finanzblase. Die Notenbank sorge sich zudem, dass es bei bestimmten Vermögensverwaltern zu Liquiditätsproblemen kommen könnte, sollten Anleger massenhaft ihre Kapital zurückfordern.

Mögliche Gefahren für das Finanzsystem machte Yellen auch in den langfristigen Renditen aus. Die Zinsen von langfristigen festverzinslichen Papieren könnten bei der anstehenden Zinswende der Notenbank womöglich in die Höhe springen. «Deshalb versuchen wir, unsere Geldpolitik klar zu kommunizieren, damit wir die Märkte nicht überraschen», ergänzte Yellen. Viele Börsenhändler gehen dagegen mittlerweile davon aus, dass sich die Fed mit der ersten Zinserhöhung seit 2006 bis September oder noch bis Dezember Zeit lassen könnte. Sie hält den Leitzins seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Ende 2008 mit null bis 0,25 Prozent so niedrig wie nie zuvor.

(reuters/me)