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Beschluss
Fed lässt die Zinsschraube unangetastet

Fed-Chefin Janet Yellen: Im Vorfeld war keine Änderung erwartet worden. Keystone

Die US-Notenbank hat sich entschieden, den Leitzins vorerst auf dem gleichen Niveau zu belassen. Für eine Anpassung dieses Jahr bleiben damit noch zwei Termine – Experten glauben an den späteren.

Veröffentlicht am 21.09.2016

Die US-Notenbank Fed schiebt die erste Leitzinserhöhung in diesem Jahr weiter auf die lange Bank. Sie beliess den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld am Mittwoch in einer Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent.

Es ist die sechste Zinsentscheidung in Folge, in der die US-Notenbank ihren Zinssatz unberührt lässt. Die zehn Mitglieder des Offenmarkt-Ausschusses waren sich nicht einig.

Drei Abweichler

Fünf Teilnehmer stimmten mit Fed-Chefin Janet Yellen und ihrem Stellvertreter William Dudley gegen eine sofortige Zinserhöhung und drei dafür. Die Fed hatte Ende 2015 signalisiert, sie könnte 2016 bis zu vier Mal an der Zinsschraube drehen.

Stattdessen wird es höchstens einen Zinsschritt in diesem Jahr geben. «Die Argumente für eine Leitzinserhöhung sind stärker geworden», signalisierte die Notenbank die kommende Erhöhung. Allerdings wolle der Ausschuss noch warten, bis sich die Anzeichen, dass sich die Wirtschaft in Richtung ihrer Zielvorgabe entwickelt, verfestigten.

«Die Investitionen in die Wirtschaft bleiben weich, sowohl im Energiesektor als auch darüber hinaus», sagte Fed-Chefin Yellen. In der Energiebranche gebe es jedoch Anzeichen, dass die Bohraktivitäten langsam wieder anzögen.

Ziele in Reichweite

Die Inflation sei in den vergangenen zwölf Monaten mit weniger als 1 Prozent deutlich unter der Zielmarke von 2 Prozent geblieben. «Aber wir erwarten, dass die Zielvorgabe in den nächsten zwei bis drei Jahren erreicht wird», sagte Yellen.

In den individuellen Vorhersagen der Währungshüter wurde für das Jahresende im Mittel ein angemessenes Niveau von 0,625 Prozent veranschlagt. Im Juni hatten sie noch 0,875 Prozent und somit zwei Erhöhungen angepeilt.

Möglicherweise im Dezember

Zahlreiche Experten rechnen damit, dass die Fed nach der Zinswende von Ende 2015 im Dezember nachlegen wird – wenn die US-Präsidentschaftswahl gelaufen ist. Investoren an der Wall Street reagierten erleichtert auf die Entscheidung. Die US-Aktienmärkte legten zu, während der Dollar leicht nachgab.

«Die Märkte haben bereits weitgehend einen Zinsanstieg im Dezember eingepreist», sagte Mike Read vom Händler-Netzwerk Pelican in London. Er befürchtet jedoch, dass das «Klima der Unsicherheit» in den kommenden Monaten noch intensiver werden wird, auch wegen der «Brexit»-Verhandlungen zwischen Grossbritannien und der EU.

Optimistische Fed

Die Notenbank zeichnete in ihrem Begleittext zum Zinsentscheid ein relativ positives Bild der US-Konjunktur. Der Arbeitsmarkt habe sich kontinuierlich verbessert und auch die Wirtschaftsaktivität ziehe an. Dennoch habe die Fed «vorerst» gegen eine Erhöhung gestimmt.

Zuvor will sie Fortschritte auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und stabilen Preisen sehen. Das erste Ziel ist praktisch erreicht. Doch bei der Inflationsrate ist die Fed noch immer ein gutes Stück von der angestrebten Teuerungsrate von zwei Prozent entfernt.

(sda/jfr)

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