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Euro-Kurs
Fehlerhafte Datenquelle als Ursache für Euro-Anstieg

Euro

1-Euro-Münze: Der Euro stieg ungewöhnlich an.

Quelle: Keystone .

Zum Jahresauftakt klettert der Euro zum Schweizer Franken um rund 8 Prozent. Ein SIX-Sprecher nimmt Stellung.

Von Ulrich Rotzinger («Blick»)
am 02.01.2019

Was für ein Jahresauftakt! Kaum hatte das neue Jahr begonnen, schoss der Euro-Kurs in die Höhe. Die Gemeinschaftswährung klettert im Vormittagsverlauf auf über 1.21 Franken, wie die Kurs-Charts aufcash.ch zeigen. Am Vortag kostete der Euro noch rund 1.13 Franken – wie schon in den Wochen zuvor.

Sind hier die Währungshüter der Schweizerischen Nationalbank am Werk? Diese Frage warf auch SF-Wirtschaftsexperte Reto Lipp (Eco) auf dem Kurznachrichtendienst Twitter auf.

Interessant: Am 1. Januar vor genau 20 Jahren wurde der Euro eingeführt. Für die Schweiz startete der Euro-Wechselkurs bei 1.610 Franken. Im September 2011 hämmerte die SNB den Euro bei einem Mindestkurs von 1.20 Franken fest.

Die Aufgabe der Wechselkursuntergrenze im Januar 2015 war für viele Firmen dann ein Schock. Kurzfristig sackte der Euro auf 1.04 Franken ab. Wurden in den Jahren darauf dann wieder stärker. Zuletzt kratzte er im Mai 2018 an der 1.20-Franken-Marke.

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Handelt es sich um einen Software-Bug?

Auffallend allerdings: Zwar steigt am Dienstag der Euro-Franken-Kurs auf dem Kurschart von cash.ch. Als aktueller Euro-Kurs in der Tabelle (Stand 14 Uhr) wird 1.13 Franken angegeben. Das entspräche einem Plus von lediglich gut 0,5 Prozent gegenüber dem Vortag.

Handelt es sich um einen Fehler vom Datenlieferanten der Finanz-Plattform? Das wäre viel wahrscheinlicher als eine SNB, die am Devisenmarkt aktiv ist. Zumal der Euro in der Kurstabelle gegen 14.45 Uhr nun bereits bei 1.2397 Franken notiert. Andere Währungspaare reagierten aber nicht auf die mutmassliche Euro-Hausse zum Franken. Das hätten sie aber tun müssen.

Euro-Kurs

Google-Chart: Der Euro stieg gegenüber dem Franken zum Jahresauftakt ungewöhnlich an.

Quelle: Google

«Fehler konnte behoben werden»

Die Anfrage von Blick bei der SIX Financial Information blieb bis zum Abend unbeantwortet. Dann meldet sich SIX-Sprecher  Jürg Schneider. Weil man am Feiertag personell nicht so stark besetzt sei wie an normalen Tagen, habe die Antwort etwas Zeit gebraucht.

«Es handelt sich in der Tat um eine fehlerhafte Datenquelle», sagt Schneider zu Blick. Sie sei dafür verantwortlich gewesen, dass die Daten einen Kursanstieg auf Finanzplattformen signalisierten. «Der Fehler konnte schliesslich behoben werden», so Schneider. Weitere Angaben machte er nicht.

Der Euro-Kurs war am Mittwoch wieder richtig gestellt: Ein Euro notiert bei 1.1251 CHF (Stand 2. Januar 2019, 13 Uhr)

Dieser Artikel erschien zuerst auf «Blick» unter dem Titel «Fehlerhafte Datenquelle war Ursache für Anstieg»