Für 2010 erwarten die Analysten von JP Morgan einen leichten Rückgang der Volatilität (Schwankungsbreite von Anlagen). Der Spielraum ist nach dem grossen Rückgang im laufenden Jahr aber nicht mehr gross, nimmt man die Rezession von 1974 zum Vergleich. Eine hohe Volatilität verteuert die Preise von Warrants und erhöht die Coupons von Produkten wie Reverse Convertibles oder Discountzertifikaten, bei denen Anleger verbrieft eine Put-Option verkaufen. Mini Futures sind dagegen praktisch nicht von Volatilitätsveränderungen betroffen. Volatilität und Korrelation sind neben dem Preis des Basiswertes die wichtigsten Elemente für die Kursberechnung von Derivaten.

Hohe Korrelation bringt Chancen

Während in der Rezession von 1974 die Korrelation der Volatilität mit den wichtigsten Aktienindizes weltweit bei 10% lag, ist sie jüngst auf 70% gestiegen. Das Gleiche gilt für unterschiedliche Asset-Klassen wie Gold, Rohöl und Aktien: Im Oktober 2008 verbilligte sich praktisch alles gleichzeitig. «Die hohe Korrelation bringt auch Chancen», sind die Analysten von JP Morgan überzeugt. Und ergänzen: «So lassen sich die hieraus entstehenden Risiken auch durch den Kauf von Volatilitätsprodukten auf Rohstoffe oder mit Optionen auf den Euro-Dollar-Wechselkurs hedgen.» Zudem können Anleger Volatilität in jenen Anlageklassen verkaufen, in denen diese über dem historischen Mittel liegt.Die implizite Volatilität, die in die Preisberechnung von Derivaten einfliesst, dürfte 2010 laut JP Morgan 500 Basispunkte über der retrospektiv berechneten Volatilität liegen, weil vielen Anlegern noch der Schrecken der Baisse und des Kursverfalls vom Oktober 2008 in den Knochen sitzt. «Das nützt tendenziell den Verkäufern von Volatilität», sagen die Analysten. Die entsprechenden strukturierten Produkte bleiben deshalb weiter attraktiv. Die Zahlungsfähigkeit von Dubai dürfte schliesslich die Bonität der Gegenpartei für Anleger wieder ins Bewusstsein rücken. Kreditaufschläge, die beispielsweise Garantieprodukte einer bestimmten Bank aus Anlegersicht attraktiver machen können, und die Korrelation verlaufen parallel. «Das liegt daran, dass die Akteure im Markt der Kreditausfallderivate ständig ihre potenziellen Renditen mit denen im Markt der Aktienabsicherungen vergleichen», so JP Morgan. Eine erstklassige Bonität des Emittenten sollte deshalb für Anleger im nächsten Jahr ein wichtiges Entscheidungskriterium bleiben.