D ie hohen Rohstoffpreise, vor allem für Rohöl und dessen Derivate, und die Verunsicherung, die von den Finanzmärkten ausgeht, machen auch dem Garagengewerbe und dessen Zulieferern zu schaffen. Vierteljährlich erhebt der SAA swiss automotive aftermarket bei seinen mittlerweile 79 Mitglied-unternehmen ein Konjunkturbarometer. So wird über eine geraume Zeit exakt statistisch nachgewiesen, wie es um die Branche steht. Für viele Unternehmen sind die Aussagen dieses Barometers ein unerlässliches Hilfsmittel, ihre Position entweder zu überdenken oder Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein.

Vorsichtige Prognose

Die jüngste Erhebung für das 3. Quartal 2008 zeigt deutlich, dass Prognosen für die nahe Zukunft vorsichtig angegangen werden. Allgemein wird mit einer Abschwächung gerechnet. Mehr Umsatz erwarten zum Beispiel nur noch 31% der Unternehmen. Im Vorquartal waren es noch 49%. Auch bei der Ertragslage zeigt sich einige Zurückhaltung. 19% der Unternehmen prognostizieren eine bessere Ertragslage, im Vorquartal waren es immerhin noch 24%. Eine schlechtere Ertragslage erwarten 17%.

Auffallend ist, dass sich in der gegenwärtigen Situation Umsatz und Ertrag nicht die Waage halten. Zur momentanen Situation befragt gaben 52% der Unternehmen an, dass ihr Umsatz gut sei, 44% befriedigend und 4% schlecht. Auf der Ertragsseite sieht es schon anders aus: Für 43% ist sie gut, für 46% befriedigend und für 11% schlecht.

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In allen Positionen waren die Prozentzahlen des letzten Quartals signifikant tiefer, was darauf schliessen lässt, dass auch in diesem Wirtschaftszweig die Konjunkturspitze erreicht ist. Rechnet man hinzu, dass die überwiegende Mehrzahl der Unternehmen mit weiter steigenden Materialkosten rechnet, dürfte die Rechnung mit den sinkenden Ertragszahlen schnell gemacht sein. Denn nicht alles, was im Gestehungspreis teurer ist, kann auch an den Konsumenten weitergegeben wer-den.

Die Kosten im Personalbereich, einhergehend mit dem Personalbestand, haben sich beim SAA konsolidiert, denn bei 89% der Unternehmen werden sie gleich bleiben, nur 9% rechnen auch hier mit höheren Kosten und 2% mit tieferen.

Stark motorisierte Schweiz

Bei einem Bestand von rund 3,9 Mio Personenwagen (Stand 2007) trifft es pro 1000 Einwohner 523 Fahrzeuge. Damit gehört die Schweiz zu den am stärksten motorisierten Ländern Europas. Tiefere Werte zeigen die Städte. In Zürich beispielsweise sind es 350 Personenwagen auf 1000 Ein-wohner. Die gefahrenen Kilo- meter sind in den letzten Jahren konstant gestiegen. Die Kurve dürfte sich aber, der hohen Benzinpreise wegen, in nächster Zeit abschwächen. Und das wiederum hat unter anderem einen Einfluss auf die Fahrzeugwartungen, deren Intervalle länger werden, was viele Garagenbetriebe treffen und damit die vorsichtige Prognose der SAA-Mitglieder bestätigen dürfte.