1. Home
  2. Invest
  3. Strukturierte Produkte boomen wieder

Finanzprodukte
Strukturierte Produkte boomen wieder

Georg von Wattenwyl, Vontobel und SVSP
Georg von Wattenwyl, Präsident des Schweizerischen Verbandes für Strukturierte Produkte (SVSP). Quelle: ZVG

Das Vertrauen der Anleger in strukturierte Produkte hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Der Umsatz mit schweizerischen «Strukis» ist gemäss dem Branchenverband SVSP markant um 21 Prozent angestiegen.

Von René Maier
am 01.02.2018

Die grössten Mitglieder des Schweizerischen Verbandes für Strukturierte Produkte (SVSP) verzeichneten einen Umsatzanstieg gebenüber dem Vorjahr um 48 Milliarden Franken (21 Prozent) auf 275 Milliarden Franken. In der Statistik berücksichtigt wurden sowohl gelistete als auch nicht börsenkotierte Produkte, die in oder für die Schweiz kreiert und national sowie international abgesetzt wurden. Laut SVSP ist die Schweiz der führende Markt für strukturierte Produkte, die eines der wichtigsten Exportgüter des hiesigen Finanzplatzes sind.

Nicht-gelistete Produkte stellten auch 2017 mit rund 70 Prozent des Umsatzes den Hauptanteil dar (2016: 72 Prozent). Obwohl auf den Primärmarkt (nicht-gelistet) ein gleichbleibender, grösserer Umsatzanteil entfällt (64 Prozent), fanden 2017 rund 96 Prozent aller Transaktionen im Sekundärmarkt (gelistet) statt.

Wie der SVSP-Präsident Georg von Wattenwyl an einem Mediengespräch sagte, unternimmt der Verband weiterhin grosse Anstrengungen zur Transparenz- und Wissensförderung. Während private Investoren stark an Know-how über «Strukis» zugelegt hätten, täten sich insbesondere Pensionskassen noch schwer damit, die sehr flexibel anwendbaren Finanzprodukte zur Renditeoptimierung in ihre Portfolios aufzunehmen.

Weil strukturierte Produkte auch heute noch in der beruflichen Vorsorge als intransparent eingestuft werden, ist der SVSP in Gesprächen mit der Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV), um eine Lösung für die Frage der Kostentransparenz zu finden. Man sei über die Konzeptionsphase hinaus und befinde sich jetzt in einer Testphase. Eine Lösung sei bis Mitte Jahr in Sicht, so von Wattenwyl. Er liess aber auch durchscheinen, dass es diesbezüglich gerade bei Stiftungsräten von Vorsorgewerken noch einige Aufklärungsarbeit brauche, da deren Fokus vor allem auf Kostenoptimierung und zu wenig auf der Performance liege.