Der globale Devisenhandel läuft 24 Stunden ohne Pause. Rund um die Uhr bietet er Gewinnchancen, weil Währungen jeweils als Devisenpaar gehandelt werden. Wenn also eine Devise verliert, gewinnt parallel dazu eine andere. So weit die Theorie. In der Praxis bekunden Devisenprofis gegenwärtig aber grösste Mühe, Gewinne zu erzielen. Gemäss dem Fondsresearch von Morningstar hat in den letzten zwölf Monaten nur ein einziger von rund 170 Publikumsfonds ein Plus für Franken-Anleger erzielt. Einzelne Fonds verloren bis zu einem Drittel.

Diverse Strategien zur Auswahl

Das enttäuschende Bild zeigt sich in allen Hauptstrategien der Devisenfonds:

  • Carry-Trading: Hier verschulden sich Devisenmanager in Tiefzinswährungen und legen in Hochzinswährungen an.
  • Momentum-Trading: Trendfolgesysteme schreiben die Währungsentwicklung aufgrund historischer Kursverläufe und Zinsentwicklungen fort.
  • Valuation-Trading: Aufgrund makroökonomischer Daten werden über- und unterbewertete Währungen identifziert.

Bei db x-trackers, einer Tochter der Deutschen Bank, gibt es gleich für jede Strategie einen eigenen, an der Deutschen Börse kotierten ETF. Zusätzlich existiert mit dem db x-trackers Currency Returns ein ETF, der gleich gewichtet in alle drei Strategien investiert (siehe Kasten).

Ebenfalls ein Mischprodukt ist der Wegelin Active Currencies Fund. Dort sind Makro-Strategien mit 10 Prozent gewichtet, und 40 respektive 50 Prozent entfallen auf Trend- und Carry-Strategien. «Letztere beiden sind für uns wie zwei Seiten einer Münze», sagt Daniel Kohler, Produktmanager bei Wegelin Asset Management. Carry-Strategien seien langfristig sehr profitabel, hätten aber zwei Nachteile: Kurzfristig können gerade in Krisenzeiten heftige Verluste auftreten, und sie entwickeln sich parallel zu den Börsen – im aktuellen Umfeld also klar negativ. Ganz anders Trendstrategien: Sie sind langfristig etwas weniger profitabel, dafür aber weniger volatil und kaum mit den Börsen korreliert.

Anzeige

Trotzdem bekunden auch Trendstrategien derzeit grosse Mühe. Das politische Auf und Ab in der Schuldenkrise lässt nämlich die Kurse heftig schwanken und verhindert dadurch klare Trends. Denselben negativen Effekt haben die fortwährenden Zentralbankinterventionen. Folglich bewegen sich die Devisenpaare in engen Spannen. «Euro/Dollar zum Beispiel handelt seit Beginn 2011 in einer Bandbreite von nur 13 Prozent und liegt nur 3 Prozent über dem Jahresanfangskurs», beobachten die Experten der Bank Sarasin. Die Bandbreiten für die Währungspaare Dollar/Yen und Pfund/Dollar waren mit rund 11 Prozent sogar noch kleiner. Für automatisierte Trendfolgemodelle, wie sie etwa beim Sarasin Currency Opportunities Fund zum Einsatz kommen, bieten sich da kaum Renditechancen. «Für Trendfolgesysteme haben wir das schwierigste nur denkbare Umfeld – mit hohen Schwankungen innerhalb von ein, zwei Tagen und sogar innerhalb von Stunden», laut Titus C. Schlösser von der Kölner Vermögensverwaltungsgesellschaft Portfolio Concept. Sein Liechtensteiner Fonds Advantage FX systematic ist darauf spezialisiert, falsche Trendsignale herauszufiltern und bald echte Trendwenden zu erkennen. Doch das Produkt ist seit Anfang Jahr 2 Prozent im Minus, zählt aber im Branchenvergleich zu denTop-Produkten.

Schlösser empfiehlt Devisenfonds als substanzielle Beimischung zum Wertschriftendepot: «Es setzt sich durch, dass man das Portfolio weitgehend gegen Währungsrisiken absichert und Devisen als separate Anlageklasse aktiv bewirtschaftet. Für Letzteres eignen sich Devisenfonds im Umfang von 5 bis 10 Prozent des Depots.»

Comeback der Devisenfonds

Solche Produkte bewähren sich als «Buy-and-Hold»-Anlage. Seit 2000, während mit Aktien nichts zu gewinnen war, hätte der Sarasin-Devisenfonds um die Hälfte zugelegt, wie Simulationen zeigen. Dabei sind auch schwache, langanhaltende Seitwärtsphasen wie heute durchzustehen.

Klare Trends kehren zurück, sobald sich eine Lösung in der Schuldenkrise abzeichnet. «Dabei ist egal», so Schlösser, «ob die Lösung schliesslich überzeugend ausfällt und den Euro nach oben treibt oder ob sie unbefriedigend ist und den Euro fallen lässt: Trendfolgesysteme können in jede Richtung Gewinne machen.»

Anzeige

 

Devisenfonds: Einige ausgewählte Produkte

  • Wegelin Active Currencies Fund
    Der auf Franken lautende Fonds ( Valor 10 283 740) investiert in über 40 Währungspaare und in Carry-, Momentum- und Value-Tradingstrategien. Die Management Fee beträgt 1,25 Prozent, die Performance Fee 20 Prozent. Kostengünstiger mit 0,3 Prozent Management Fee ist der ETF db x-trackers Currency Returns (Valor 3 613 616). Er lautet aber auf Euro.
     
  • Sarasin Currency Opportunities Fund
    Der auf Franken lautende Fonds (Valor 4 406 769) liegt wie der Wegelin-Fonds seit Anfang Jahr rund 7 Prozent im Minus. Im Unterschied zum Wegelin-Produkt fokussiert er nur auf vier Währungspaare und die Trendfolgestrategien.
     
  • Advantage FX systematic
    Der Fonds (Valor 11 320 251) nutzt wie das Sarasin- Produkt Trendfolgestrategien, fokussiert auf zehn Währungspaare. Seit Anfang Jahr liegt er nur 2 Prozent im Minus. Der auf Euro lautende Fonds hat keine öffentliche Vertriebsbewilligung, kann aber gleichwohl erworben werden.
Anzeige