Der Euro hat zum Wochenstart wegen der zugespitzen Lage in Griechenland wie erwartet nachgegeben. Das Minus der europäischen Gemeinschaftswährung hielt sich mit einem Abschlag von rund eineinhalb Cent allerdings in Grenzen. Derzeit kostet ein Euro 1,1009 Dollar, nachdem er am Freitagabend bei rund 1,1160 Dollar gestanden hatte. In den ersten Handelsstunden der Woche war der Euro zeitweise bis auf 1,0955 Dollar gefallen, konnte sich zuletzt wieder etwas erholen.

Zum Franken ist die Gemeinschaftswährung zwar unter die Marke von 1,04 gefallen, kann sich aktuell mit 1,0334 Franken aber oberhalb von 1,03 halten. Der Dollar verteuert sich auf 0,9386 Franken nach 0,9357 Franken am Freitagabend.

Kapitalverkehrtskontrollen in Griechenland

Experten machten die jüngste Eskalation in der griechischen Krise für den Kurssturz verantwortlich. Erstmals schliessen von diesem Montag an alle Banken im Land. Zudem sollen Kapitalverkehrskontrollen eingeführt werden, wie der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras in einer Ansprache mitteilte. Dies sei die Reaktion auf die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Notkredite für griechische Banken einzufrieren.

«Diese Ereignisse werden zu einer Wiederaufnahme des Abwärtstrends beim Eurokurs führen», sagte Devisenstratege Athanasios Vamvakidis von Merrill Lynch. Der Zeitpunkt des Referendums dürfte die Fähigkeit der EU, entscheidende Massnahmen zu ergreifen, behindern. Für den kommenden Sonntag hatte Ministerpräsident Alexis Tsipras überraschend eine Volksabstimmung über von den Gläubigern geforderte Reformmassnahmen angekündigt.

Börsen in Asien und Pazifik mit Verlusten

Mit der Eskalation der Griechenland-Krise  sind auch die Märkte in Asien und der Pazifikregion mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Japan, Singapur, Sydney und Hongkong öffneten am Montag mit deutlichem Minus. Auch der Euro gab nach.

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Trotz der Zinssenkung in China setzte sich der Kursrutsch der vergangenen Woche in Shanghai und Shenzhen fort, da weiter Luft aus der Aktienblase entweicht. In Japan verlor der Nikkei-Index für 225 führende Werte zur Handelsmitte 368,81 Punkte oder 1,78 Prozent auf den Zwischenstand von 20'337,34 Zählern. Zu Beginn hatte er zeitweise 2,14 Prozent nachgegeben.

Der breit gefasste Topix fiel bis zur Handelsmitte um 28,41 Punkte oder 1,7 Prozent auf 1638,62 Punkte. Exportwerten machte der steigende Yen-Kurs zu schaffen.

Hang-Seng 2 Prozent im Minus

In Sydney sackte der S&P/ASX 200-Index ebenfalls zeitweise um zwei Prozent ab. Das entsprach einem Verlust von rund 35 Milliarden australischen Dollar im australischen Aktienmarkt (gut 24 Milliarden Franken).

Im Stadtstaat Singapur büsste der Straits Times-Index mehr als ein Prozent ein. Der Aktienmarkt lag am Vormittag bei rund 3280 Punkten. Er war schon vergangene Woche wegen der Griechenland-Sorgen unter Druck. In Hongkong gab der Hang Seng-Index um mehr als zwei Prozent nach, was sowohl durch die Griechenland-Krise als auch durch die beunruhigende Talfahrt der chinesischen Börsen erklärt werden konnte.

China senkt Zinsen

In China sind die schweren Kursrückgänge aber vor allem durch den spekulativen Aktienboom der vergangenen Monate zu erklären. Die Börsen hatten bereits am Freitag um mehr als acht Prozent nachgegeben. In Shanghai sackte der Composite Index am Vormittag weiter um mehr als drei Prozent.

Am Samstag hatte Chinas Zentralbank die Zinsen gesenkt - offenbar als Signal, um weitere Kursverluste zu vermeiden. Chinas Börsen hatten bis Freitag schon mehr als 20 Prozent im Vergleich zu ihren letzten Höchstständen verloren.

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(sda/dbe)