Spekulationen haben den Schweizer Franken zum Dollar auf das tiefste Niveau innerhalb von fünf Jahren gedrückt. Anleger halten eine Schwächung der Währung durch die Schweizer Nationalbank (SNB) für möglich, um so die erwartete Ausweitung der Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) zu kontern. Im Tagesverlauf war der Franken auf bis zu 1,0328 je Dollar gefallen.

Von Bloomberg zusammengestellte Prognosen von Volkswirten deuten auf mögliche grossangelegte Verkäufe durch die SNB zur Schwächung des Franken hin. Im Januar hatte die Notenbank den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro eine Woche vor der Ankündigung von Anleihekäufen durch die EZB aufgegeben. Sie war damit dem Druck der Märkte im Vorgriff auf die quantitativen Maßnahmen gewichen.

Warnung von Jordan

«Wir wissen nicht, ob es Interventionen waren oder nicht, aber Sinn würde es ergeben», sagte Simon Derrick, leitender Währungsstratege der Bank of New York Mellon in London. SNB-Präsident Thomas Jordan hatte wiederholt vor der «deutlichen Überbewertung» des Franken gewarnt.

Wegen der möglichen Ausweitung der geldpolitischen Stimuli bei der EZB-Sitzung am 3. Dezember hat der Euro im laufenden Quartal zu allen 16 Hauptwährungen verloren, mit Ausnahme des Franken.

Niedrige Liquidität als Treiber

Die Bewegung könnte auch durch niedrige Liquidität verstärkt worden sein, merkte Peter Rosenstreich, Leiter der Marktstrategie bei der Swissquote Bank in Gland an. In den USA waren die Märkte am Donnerstag wegen des Thanksgiving-Feiertags geschlossen und werden am heutigen Freitag früher enden.

«Derzeit haben wir keine eindeutigen Hinweise, dass die SNB interveniert hat», so Rosenstreich. «Wir können nur vermuten, dass sich die geringe Liquidität in Verbindung mit Spekulationen auf SNB-Interventionen ausgewirkt hat.»

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(bloomberg/dbe/ama)