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Franken überrundet Euro im Schweizer Devisenhandel

Franken: Im Devisengeschäft ist die Schweizer Währung wichtiger geworden. Keystone

Für Schweizer Banken ist der Franken im Devisenhandel zur zweitwichtigsten Währung geworden. Im weltweiten Devisengeschäft bleibt der Euro aber die Nummer zwei hinter dem Dollar. Der Renminbi legt zu.

Veröffentlicht am 01.09.2016

Die Umsätze der Schweizer Banken im Devisen- und Derivategeschäft sind erneut gesunken. Im Devisengeschäft blieb der Dollar die wichtigste Währung. Gleichzeitig löste der Franken den Euro als zweitwichtigste Valuta ab.

Das geht aus der neuesten Umfrage der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hervor, welche die Notenbank alle drei Jahre durchführt. Die dreissig befragten Institute setzten im April pro Handelstag im Schnitt 156 Milliarden Dollar mit Devisengeschäften und 8 Milliarden Dollar mit Zinsderivaten um, wie die SNB am Donnerstag mitteilte.

Volumen hat abgenommen

Dabei verringerten sich im Devisengeschäft die Volumen gegenüber der letzten Umfrage um 60 Milliarden Dollar oder 28 Prozent. Der Rückgang betraf vornehmlich Dollar- und Eurogeschäfte.

Der Anteil von Geschäften im Währungspaar Dollar-Franken stieg von 21 auf 28 Prozent. Beim Währungspaar Euro-Dollar sank der Anteil hingegen von 32 auf 23 Prozent. Daneben entfielen 10 Prozent der Kontrakte auf Dollar-Yen, 7 Prozent auf Euro-Franken und 5 Prozent auf Pfund-Dollar.

Euro-Umsatz sinkt massiv

Das Geschäft mit Zinsderivaten sank um 75 Prozent. Das sind 24 Milliarden Dollar pro Handelstag weniger als noch 2013. 94 Prozent der Geschäfte wurden mit Derivaten in Euro, Dollar und Franken abgeschlossen. Der Umsatz in Euro, der bisher wichtigsten Währung, sank seit der letzten Umfrage um 91 Prozent. Der Euro-Anteil am Zinsderivategeschäft verminderte sich damit von 74 auf 27 Prozent. Der Dollar-Anteil stieg trotz Umsatzrückgang auf 25 Prozent.

Der Anteil des Frankens erhöhte sich von 10 auf 42 Prozent. Damit war die schweizerische Landeswährung erstmals seit der Umfrage 1998 wieder die wichtigste Währung im Geschäft mit Zinsderivaten. Weltweit zeigt sich bei den Währungstransaktionen die gleiche Tendenz wie in der Schweiz, wie die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) aufgrund der Notenbanken-Umfrage mitteilte. Im April wurden täglich 5,1 Billionen US-Dollar umgesetzt. Das sind 0,3 Billionen weniger als 2013.

Renminbi macht Boden gut

Dabei blieb der Dollar mit einem Anteil von 88 Prozent dominant. Der Euro hielt sich auf Platz zwei, fiel aber auf 31 Prozent und damit deutlich unter die Höchstmarke von 2010 mit 39 Prozent zurück. Der Umsatzanteil der chinesischen Währung Renminbi verdoppelte sich seit 2013 auf 4 Prozent.

Im Zinsderivatehandel wurden global täglich 2,7 Billionen Dollar umgesetzt, 0,4 Billionen mehr als im April 2013. Auch hier lief der Dollar dem Euro den historischen Spitzenrang ab. Euro-Geschäfte gab es für 0,6 Billionen, Dollar-Transaktionen für 1,4 Billionen Dollar im Tag.

(sda/mbü/ama)

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