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Städtebau
Frankfurt wächst immer weiter in die Höhe

dpatop - 12 September 2018, Hessen, Frankfurt/Main: The skyline shines in the last light of day. Photo: Boris Roessler/dpa (KEYSTONE/DPA/Boris Roessler)
Frankfurt: Die Skyline von «Mainhatten» ist in Deutschland ohnegleichen.Quelle: Keystone

Der Frankfurter Hochhaus-Boom ist ungebrochen. Derweil gehen in der Finanzmetropole die Immobilienpreise durch die Decke.

Veröffentlicht am 21.09.2018

Frankfurt boomt: Die fünftgrösste Stadt der Bundesrepublik mit der einzigen Hochhaus-Skyline des Landes ist derzeit ein Eldorado für Immobilieninvestoren. Vor allem der kleine, aber feine Markt für Gebäude über 60 Meter Höhe, von denen es in Mainhatten 40 Stück gibt und aktuell gleich mehrere neu gebaut werden, strebt von Rekord zu Rekord.

Und die Nutzfläche in den Wolkenkratzern wird knapp: «Zum Ende des ersten Halbjahres waren nur noch rund 61'000 Quadratmeter Bürofläche in den Hochhäusern kurzfristig zur Anmietung verfügbar, was einer Leerstandsquote von nur 3,7 Prozent entspricht», erklärte Matthias Leube, Deutschland-Chef der internationalen Immobilienberatung Colliers, am Donnerstag in Frankfurt.

Plus von 13 Prozent in fünf Jahren

Wo immer mehr Interessenten um immer weniger Platz buhlen, da gehen die Preise durch die Decke: In den Frankfurter Wolkenkratzern, zu denen so bekannte Gebäude wie der Messeturm oder die beiden silbrig glänzenden Doppeltürme der Deutschen Bank gehören, sind die Quadratmeterpreise in den vergangenen Jahren stark gestiegen: inzwischen müssen neue Mieter in den besonders begehrten obersten Etagen bis zu 42,50 Euro pro Quadratmeter berappen - ein Plus von 13 Prozent in den vergangenen fünf Jahren.

Käufer müssen bis zu 10'000 Euro auf den Tisch legen. Das ist viel, aber im internationalen Vergleich fast ein Schnäppchen: in Hongkong, der teuersten Metropole der Welt, kostet der Quadratmeter umgerechnet bis zu 70'000 Euro.

Trend zum Wohnhochhaus

Gut die Hälfte der höchsten Frankfurter Gebäude gehört laut den Immobilienexperten ausländischen Investoren, allerdings ist gerade zuletzt wieder vermehrt Geld aus Deutschland in die Türme aus Beton und Glas geflossen. Gebaut, entkernt und renoviert wird in dem mit rund 750'000 Einwohnern im Vergleich zu anderen Finanzzentren wie London oder New York sehr kleinen Frankfurt momentan an vielen Orten.

Dabei entstehen mehrere Wolkenkratzer, die parallel zu unterschiedlichen Zwecken genutzt werden können - als Hotel, Bürogebäude und zum Wohnen. Gerade der Trend zum Wohnhochhaus sorgt in der hessischen Metropole für eine rege Bautätigkeit.

Platz für Brexit-Flüchtlinge

Doch langsam wird es knapp mit den verfügbaren Grundstücken: gemäss des Hochhausrahmenplans der Stadt aus dem Jahr 2008 kann nur noch eine überschaubare Zahl von Wolkenkratzern hochgezogen werden. Das letzte aktuell im Bau befindliche Hochhaus soll nach heutigem Stand 2023 fertig werden. Dann wird die Stadt über rund 250'000 Quadratmeter mehr Büroflächen verfügen als heute; vor dem Brexit aus London flüchtende Banker, Anwälte und Berater dürften also genug Flächen vorfinden.

Doch wie geht es dann weiter? Wollen Bürger und Kommunalpolitiker noch mehr? Colliers-Deutschlandchef Leube ist sich sicher, dass das Thema inzwischen höher rutscht auf der Agenda im Römer, dem historischen Rathaus der Stadt.

Viel Bewegung im Markt

Verdienen lässt sich für Investoren, die ihr Geld in die imposanten Immobilien pumpen, mit den Türmen prächtig. Die Mieten in den Wolkenkratzern liegen gut ein Fünftel über dem Durchschnitt bei niedrigeren Büroimmobilien. Deren Wert beziffert Colliers auf rund 16 Milliarden Euro - das entspricht rund einem Zehntel des Frankfurter Markts. Und der Markt ist in Bewegung: 2017 wechselten Gebäude für 1,5 Milliarden Euro den Besitzer, auch 2018 verspricht ein gutes Jahr zu werden.

An ein Ende des Booms wollen die Immobilienspezialisten noch nicht denken, dafür laufe die Konjunktur zu gut, vom Brexit und seinen erwarteten Folgen, also dem Zuzug vieler Bank- und IT-Fachleute ganz zu schweigen. Robert Menke, Colliers Investmentchef für Frankfurt, ist sich sicher: «Bei Hochhäusern ist noch Luft nach oben.»

(reuters/gku)

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