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Freenet – gute Chancen auf den schnellen Rebound

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Der Telefonkonzern Freenet zahlt meist hohe Dividenden.Quelle: Keystone .

In den letzten Monaten ist die Aktie des Telefonkonzerns abgerutscht. Die Dividendenrendite ist nun ungewöhnlich hoch.

Von Georg Pröbstl*
am 29.06.2018

Ein auffälliges Kursmuster! Dreimal in den letzten fünf Jahren zog es die Aktie von Freenet im Vorfeld der Generalversammlung – diese findet beim TecDAX-Mitglied meist im Mai statt – steil nach oben. Der Kursaufschwung startete dabei jeweils im Schlussquartal des jeweiligen Vorjahres und brachte dann in wenigen Monaten Kursgewinne von 30 Prozent und mehr.

Grund für diese Steigerungen im Vorfeld des Aktionärstreffs ist die hohe Dividende von Freenet. Denn der Telefonkonzern – das Unternehmen bietet alle verfügbaren Mobilfunknetze in Deutschland und entsprechende Geräte wie Notebooks, Smartphones oder Tablets und hat unter anderem auch Angebote im Bereich TV – zahlt hohe Dividenden meist im Bereich von fünf Prozent. Und so hohe Zahlungen ziehen bei vielen Aktien die Aufmerksamkeit von Dividendenjägern vor den Aktionärstreffen mit der darauf folgenden Ausschüttung auf sich.

Freier Cashflow – wichtig für die Dividende

Einen starken Kursaufschwung bei Freenet gab es auch jetzt wieder. Zwischen Oktober und Januar kletterte die Aktie um rund 20 Prozent. Doch seit den Hochs vom Januar geht es mit dem Kurs nur noch nach unten. Der Titel hat inzwischen ein Drittel an Wert verloren.

Grund für den Dämpfer waren negative Analystenkommentare Anfang Februar und etwas enttäuschende Prognosen für 2018. Freenet peilt für dieses Jahr ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 410 bis 430 Millionen Euro an. 2017 waren es 408,0 Millionen Euro. Der frei Cashflow soll dabei zwischen 290 und 310 Millionen Euro liegen. Im vergangenen Jahr verzeichnete das TecDAX-Mitglied einen frei verfügbaren Mittelzufluss von 308,4 Millionen Euro. Offensichtlich hatten Anleger mehr erwartet.

Die Ausschüttung dürfte nachhaltig hoch bleiben

Ein in etwa konstant hoher freier Cashflow ist bei Freenet aber ein ganz wichtiges Anlagekriterium. Denn das Unternehmen verfolgt eine Dividendenpolitik mit einer Ausschüttungsquote bezogen auf den freien Cashflow zwischen 50 und 75 Prozent. Im vergangenen Jahr gab es bei einer Quote von 62 Prozent eine Dividende von 1.65 Euro je Aktie. Bei annähernd stabilem freien Cashflow und noch deutlichen Spielraum bei der Ausschüttungsquote nach oben scheint eine Dividendenkürzung für 2018 und kommende Jahre eher unwahrscheinlich.

Durch den Kursverfall der letzten Monate ist die Dividendenrendite bei einer Zahlung von 1.65 Euro aber auf stattliche 7,2 Prozent gestiegen. Eine nachhaltige Zahlung in dieser Höhe ist für einen Milliardenkonzern wie Freenet eher ungewöhnlich. Es ist wahrscheinlich, dass die Freenet-Aktie bis zur kommenden Generalversammlung – wahrscheinlich wieder im Mai – deutlich steigen wird. Da besteht zusätzlich sogar noch kurzfristige Phantasie auf einen schnellen Rebound. Denn die Aktie hat jetzt die Unterstützung im Bereich von 22 Euro erreicht. Von dort zog es den Kurs in den letzten Jahren wiederholt nach oben.

Freenet AG
ISIN: DE000A0ZZZ25
Gewinn je Aktie 2019e: 1,70 €
KGV 2019e: 13,3
Dividende/Rendite 2018e: 1,65 €/7,2%
EK je Aktie: 11,29 €
EK-Quote: 31,6 Prozent
KBV: 2,0
Kurs/Ziel/Stopp: 22,65/28,50/16,20 €


* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots 1 Jahr: +18,7 Prozent ( DAX: +5,6 Prozent), 3 Jahre: +51,8 Prozent (DAX: +14,9 Prozent). Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +374,2 Prozent (Dax: +96,9 Prozent)
 

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