Der Schweizer Aktienmarkt ist fester in die neue Handelswoche gestartet. Gestützt wurde die Erholung von weiteren Fortschritten in der Eurokrise, nachdem am Wochenende die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G 20) Zuversicht zur Lösung der Schuldenkrise signalisiert hatten. Auch hatten wichtige EU-Finanzminister eine Lösung bis Ende Woche in Aussicht gestellt.

Zudem sind die Vorgaben aus Übersee und Asien positiv. So hatten am Freitag der Dow Jones, gestützt durch gute Detailhandelszahlen, bereits fester geschlossen. Seitdem sind die Futures auf den Dow Jones nach dem Treffen der G 20 noch um ein weiteres gutes Prozent gestiegen. Auch in Asien schlossen die wichtigsten Indices deutlich im Plus.

Um 9.30 Uhr steht der Swiss Market Index (SMI) 0,46 Prozent höher bei 5787 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) steigt um 0,68 Prozent auf 869 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) legt 0,58 Prozent auf 5244 Punkte zu.

Konjunktursensitive Titel gewinnen am meisten

An der Schweizer Börse präsentieren sich konjunktursensitive Titel mit den grössten Aufschlägen. Am deutlichsten steigen Clariant (+2,4 Prozent), dicht gefolgt von den im Erdölgeschäft tätigen Transocean (+2,3 Prozent). Auch Lonza (+1,3 Prozent) legen zu, nachdem das Unternehmen den Abschluss der Übernahme von Arch Chemicals bekanntgegeben hat.

Adecco steigen um 1,2 Prozent, Holcim um 1,6 Prozent und ABB um 1,2 Prozent. Bei den Luxusgüterwerten verteuern sich Richemont um 1,1 Prozent und Swatch um 0,7 Prozent.

Syngenta (+1,2 Prozent) profitieren von Kurszielanhebungen durch mehrere Institute, nachdem der Agrochemie-Konzern am Freitag gute Umsätze für das dritte Quartal vermeldet hatte.

Auch Finanztitel notieren stärker, da diese naturgemäss von einer Entspannung in der Eurokrise am meisten profitieren. Vor allem Assekuranzwerte wie Swiss Life (+1,7 Prozent), Bâloise (+0,9 Prozent) oder ZFS (+1,4 Prozent) stehen höher. Die Bankentitel notieren demgegenüber eher uneinheitlich. So gewinnen Julius Bär (+0,5 Prozent) und CS (+1,0 Prozent), während UBS (-0,1 Prozent) schwächer notieren. Bei der UBS erklärte der Interims-CEO Sergio Ermotti gegenüber der Wochenendpresse, dass die Investmentbank weiterhin betrieben werde. Für die Credit Suisse hat Nomura das Kursziel leicht nach unten angepasst, die Einstufung Neutral aber bestätigt.

Roche übernimmt kalifornische Anadys Pharmaceuticals

Bei den Pharmaschwergewichten hat Roche (+0,4 Prozent) ein Übernahmeangebot für die amerikanische Anadys von rund 230 Millionen Dollar bekannt gegeben. Damit soll das HCV-Portfolio Roches ergänzt werden. Novartis (unv.) vermeldete derweil positive Studiendaten bei der Behandlung von MS mit dem Medikament Gilenya. Nestlé (+0,2 Prozent) stehen knapp höher.

Kühne+Nagel (+0,1 Prozent) haben die Neunmonats- respektive die Drittquartalszahlen präsentiert, welche leicht unter den Erwartungen ausgefallen sind, weswegen die Papiere auch eher Ende der SMI/SLI-Liste notieren. Jedoch hat der Logistikkonzern trotz nachlassender Marktdynamik sein Ergebnis stabil halten können und somit das Marktwachstum erneut geschlagen.

Im breiten Markt gewinnen ADB (+12,8 Prozent) am deutlichsten, gefolgt von den Papieren der Banque Profil de Gestion mit einem Plus von 5,3 Prozent, Rieter (+5,5 Prozent), Comet (+4,1 Prozent) und Sulzer (+3,9 Prozent auf 97,80). Letztere machen damit einen Teil der markanten Verluste vom Freitag im Anschluss an den Bestellungseingang nach 9 Monaten wieder gut. Für den Industriekonzern hat Vontobel das Kursziel auf 130 (150) Franken gesenkt, die Kaufempfehlung «Buy» indes bekräftigt.

(rcv/tno/awp)