Barry Callebaut: Rezession mit Schokolade versüssen

Der Schokoladenriese hat sich im Krisenjahr 2008 gut gehalten: «Nur» 22% haben die Valoren des Unternehmens seit Januar verloren. Auch im nächsten Jahr dürfte es auf den Aktienmärkten holprig weitergehen - defensive Nahrungsmittelfirmen könnten diese Phase einigermassen überstehen. Barry Callebaut gibt sich zuversichtlich, was die Langfristziele angeht. Der CEO Patrick De Maeseneire will bis 2011 jährlich ein Volumenwachstum von 9 bis11% erreichen - Stellenstreichungen wegen der Rezession gebe es nicht. Barry Callebaut will auch ins Ausland expandieren: 2009 steht eine brasilianische Schokoladenfabrik auf der Kaufliste.

UBS: Schlechte Nachrichten nun eingepreist, Positives vergessen

Bei der UBS sind gegenwärtig alle schlechten Nachrichten im Kurs enthalten. Vergessen wurden dabei die positiven Aussichten: In den Büchern sind keine toxischen Assets mehr, und die Investmentbank hat das Risikoprofil massiv verringert. Und die Abflüsse der Vermögensverwaltung widerspiegeln vor allem den Risikoabbau bei den Kunden. Mittelfristig sind die Aussichten sehr gut: 2009 dürfte ein neuer CEO ernannt werden, die Vermögensverwaltung wird wieder Neumittelzuflüsse melden, der Steuerstreit mit den USA wird mit einer Millionensumme bereinigt werden und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 4 per 2010 ist so oder so attraktiv.

SGS: Krisengewinner mit tiefem Anteil in zyklischen Märkten

Die Prüfgesellschaft SGS verfügt über eine starke Position in einer strukturellen Wachstumsbranche und gehört zu den Profiteuren der zunehmenden Staatseingriffe. Daher darf im nächsten Jahr bei SGS weiterhin profitables Wachstum erwartet werden. Zudem sind nur etwa 30% des Umsatzes zyklischer Natur und damit der wirtschaftlichen Abschwächung ausgesetzt. Sollte zudem im nächsten Jahr die grosse Übernahme erfolgen, von der man bei SGS schon lange spricht (vielleicht sogar Hauptkonkurrent Bureau Veritas), könnte der SGS-Valor noch zusätzlichen Schub erhalten und die Aktie würde von einer Wiederaufnahme in den SMI profitieren.

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Bâloise: Risiko Kapitalmarkt, Pluspunkt Realgeschäft

Der Bâloise-Aktie haben die letzten zwölf Monate übel mitgespielt: 32% liegt der Wert im Minus, nachdem der Versicherungskonzern schwere Verluste auf dem Kapitalbestand vermelden musste. Und die Risiken bleiben hoch. Bâloise fährt eine relativ stolze Aktienquote, hinzu kommen operative Schwierigkeiten mit Partnern in Deutschland. Doch Bâloise verfügt auch über ein starkes Geschäft in den Kernmärkten und tiefe Combined Ratios. Sollten die Märkte drehen, werden diese Faktoren honoriert werden - und wohl auch die Übernahmefantasien aufflammen, die den Titel umranken. Ein weiteres Plus: Aktienrückkäufe und 7% Dividendenrendite.

Energiedienst: Solider Player in seiner Marktnische

Der Stromversorger ist ein starker Nischenplayer in der ökologischen Stromerzeugung. In diesem Jahr hat das Unternehmen mit Sitz in Laufenburg EnAlpin übernommen; die Kostensynergien dieser Akquisition sollen ab 2009 ertragswirksam werden. Das Versorgungsgeschäft mit einem robusten Cashflow verspricht Stabilität in stürmischen Börsenzeiten. Die Energiedienst-Aktie ist mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2009 von 7,1 im Vergleich zu anderen Schweizer Stromaktien wie CKW oder Romande Energie attraktiv bewertet. Zudem hat sich Energiedienst bei der Dividende immer grosszügig gezeigt.