Fünf Kollegen waren sie, und sie alle arbeiteten bei der Neuen Zürcher Bank. Doch als im Zuge der UBS-Steueraffäre das Geschäft mit nicht deklarierten Vermögen von Amerikanern auch für die Neue Zürcher Bank zu heiss wurde, suchten sie den Absprung: Sie gründeten EVT Partners, eine Vermögensverwaltungsfirma in Zürich.

Doch die Vergangenheit wog schwer. Vier der fünf kannten sich aus dem Offshore-Geschäft der UBS in den Vereinigten Staaten. Einer kam von der Credit-Suisse-Tochter CS Fides. Ihr Chef bei der Neuen Zürcher Bank war einst sogar Leiter des grenzüberschreitenden Geschäfts der UBS in den USA; ursprünglich hätte auch er zur EVT wechseln sollen. Nachdem ihn die Amerikaner ins Visier nahmen, wurde er aber möglicherweise zur Last für die zu neuen Ufern aufbrechenden Mitstreiter.

Unter dem Radar hindurch

Negative Schlagzeilen konnte nämlich EVT in der Anfangsphase nicht gebrauchen. Denn der anfängliche Plan war es offenbar, jene US-Kunden mit unversteuerten Vermögen in der Schweiz anzusprechen, welche die anderen Banken nach Ausbruch der UBS-Krise loszuwerden suchten - weil sie zum Hochrisiko wurden. Das zumindest berichten Banker. EVT hätte diesen Kunden Asyl geboten und darauf gehofft, als kleiner Vermögensverwalter unter dem «Radar» der amerikanischen Steuerbehörde zu fliegen. Ein scheinbar bestechender Plan mit einem grundsätzlichen Fehler: Er gehörte in eine andere Zeit - jene der Steuerparadiese und des Schwarzgelds.

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Heute ist klar: Das US-Offshore-Modell ist für den ganzen Finanzplatz Geschichte. «Bei der Gründung der EVT Partners hatten wir uns schon entschieden, zukünftig nur versteuerte US-Kunden zu betreuen», sagt Andy Bachmann, einer der EVT-Partner.

Der Umweg über die Lizenz

Einfacher gesagt als getan. Vor allem Bachmanns Kollegen betreuten dem Vernehmen nach fast ausschliesslich unversteuerte Vermögen von amerikanischen Kunden, während er selbst eine geografisch breitere Kundenpalette abdeckte. Für die US-Kundschaft drängte sich eine Offenlegung bei den Steuerbehörden auf. Dann aber wären sie als Kunden wohl verloren gegangen, ausser, EVT hätte sie als registrierter Finanzberater betreuen können.

Die Lösung war eine Zweitfirma, EVT Financial Advisors, bei der Bachmanns Partner landeten, und die über die nötigen Lizenzen verfügt. Dort ist Schwarzgeld kein Thema mehr, da die US-Steuerbehörde den vollen Einblick hat. Währenddessen hätte Bachmann aber das Risikogeschäft theoretisch weiter betreiben können. Zur entsprechenden Frage will er sich nicht äussern. «Die EVT Partners AG betreut hauptsächlich Schweizer und europäische Kundschaft», sagt er lediglich.