Mini-Future-Zertifikate bieten eine volle Partizipation an der Kursbewegung des Basiswerts an, obwohl nur ein Bruchteil des Basiswertpreises bezahlt wird. Der dadurch entstehende Hebeleffekt gibt an, wie stark das Mini-Future-Zertifikat dem Basiswert folgt. Der Wert eines Mini Long auf den SMI, der zum Betrachtungszeitpunkt einen Hebel von 5 aufweist, verändert sich beispielsweise 5-mal so stark wie der SMI selbst. Bewegt sich der Index um 1%, so bewegt sich das Mini-Future-Zertifikat in diesem Beispiel um 5%.

Mini-Future-Zertifikate gibt es in einer Long- und einer Short-Variante. Die Funktionsweise dieser beiden Varianten ist spiegelverkehrt. Mit einem Mini-Long-Zertifikat setzt der Anleger auf einen Anstieg des Basiswerts. Steigt der Basiswert um zehn Punkte (10 Rp.), so steigt auch das Mini-Future-Zertifikat um zehn Punkte. Durch den geringeren Kapitaleinsatz beim Mini-Future-Zertifikat ist die relative Rendite im Vergleich zur Direktinvestition jedoch höher (je nach Bezugsverhältnis und Währung).

SMI-Portfolio absichern

Eine interessante Anwendungsmöglichkeit für Mini-Future-Zertifikate ist die Absicherung (Hedging) von bestehenden Portfolios. Ein Beispiel: Ein Anleger ist im Swiss Market Index (SMI) investiert. Mit dieser Investition geht der Anleger grundsätzlich von steigenden Kursen aus, sein Delta beträgt Plus 1. Da sich der Anleger aber vor möglichen Kursverlusten absichern möchte, gilt es, diese Plus-1-Position auszugleichen. Aus diesem Grund kauft der Investor Mini-Short-Zertifikate auf den SMI. Durch diese Short-Position beträgt das Delta des Anlegers annähernd Minus 1, da er von sinkenden Kursen profitieren würde. Die Investitionen in den SMI und die Mini-Short-Zertifikate gleichen sich aus und betragen somit annähernd 0, wodurch der Anleger nahezu risikoneutral im Markt agiert, da er sowohl bei steigenden als auch bei sinkenden Kursen abgesichert ist.

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Aufgrund des sich nicht verändernden Deltas während der Laufzeit muss im Gegensatz zur Absicherung mit Warrants beim Hedging mit Mini Futures die Anzahl der Zertifikate nicht angepasst werden. Zuletzt stellt sich die Frage, wie viele Mini-Short-Zertifikate ein Anleger zur Absicherung seiner Investitionen benötigt (zum Beispiel für eine Investitionssumme von 100000 Fr.).

In diesem Beispiel wird die investierte Summe (100000 Fr.) durch den aktuellen Indexstand (Stand SMI 6500) dividiert und zuletzt mit dem Bezugsverhältnis multipliziert. Das Ergebnis stellt die Anzahl Zertifikate dar, die benötigt werden, um den investierten Betrag abzusichern.

Da sich Mini Future Zertifikate durch einen geringeren Kapitaleinsatz auszeichnen, gibt das Bezugsverhältnis an, wie viele Zertifikate benötigt würden, um einen einzelnen Basiswert im Falle einer Direktinvestition abzubilden. (In diesem Beispiel bräuchte es 100 Mini-Short-Zertifikate, um den SMI einmal abzubilden.)

Gegen Währungsrisiken

Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist das Absichern von Währungsengagements. International diversifizierte Investoren stehen vor dem Problem, dass ihre Investments einem Währungsrisiko unterliegen. Selbst wenn sich ein Markt in die prognostizierte Richtung bewegt, können Währungsschwankungen die Rendite zunichte machen. Mit Mini Futures auf Währungen lassen sich auch diese Risiken ausschalten. So besteht für eine Anlage in US-amerikanische Aktien die Möglichkeit, die Währung mit einem Mini-Long-Zertifikat in Euro vor einem möglichen Kursverlust des Dollars zu schützen.

Mini-Future-Zertifikate sind vielseitig einsetzbare Hebelprodukte, mit denen Anleger auf einfache Art und Weise auf steigende oder fallende Kurse setzen oder ihr Portfolio gegen Kursverluste absichern können. Die Zertifikate können börsentäglich an der Scoach gehandelt werden. Mittlerweile sind an der SIX Swiss Exchange Mini Futures auf Indizes, Aktien, Rohstoffe, Edelmetalle, Währungen und Obligationen kotiert.

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