Positive Nachrichten gehen im Sog der Wirtschaftskrise zuweilen fast unter. Umso deutlicher darf an dieser Stelle festgehalten werden: Mit einem Total von 37,3 Mio Logiernächten kann die Schweizer Hotellerie im 2008 erneut ein Glanzresultat ausweisen. Dies entspricht einem Wachstum von 2,7% gegenüber dem bereits sehr guten 2007. Damit knüpft 2008 gar an den bisherigen Höchstwert von 37,5 Mio Logiernächten im Jahr 1990 an.

Dieses erfreuliche Resultat kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Schweizer Hotellerie im vergangenen Jahr buchstäblich ein Wechselbad der Gefühle durchlaufen hat.

Standortvorteil besser nutzen

Nach einem hervorragenden Winter folgten die von der Euro 08 geprägten Sommermonate. Während im Mai, Juli und August gute Ergebnisse erzielt werden konnten, verbuchte der Euro-08-Monat Juni ein Minus von 2,5%. Der erwartete Rücklauf konnte jedoch mit einem Imagegewinn für die Schweiz nachhaltig mehr als wettgemacht werden.

Ab September machten sich die ersten Anzeichen der Finanzkrise bemerkbar; der Tiefstwert wurde im November mit einem Rückgang von 6,7% erreicht. Die Festtage bescherten der Hotellerie letztlich einen erfreulichen Jahresabschluss: Mit einem Logiernächtewachstum von 1,1% vermochte der Dezember den sehr guten Vorjahresmonat noch zu übertreffen.

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Dem Sog der Wirtschaftskrise kann sich aber auch die Hotellerie nicht entziehen - die aktuellen Logiernächtezahlen bestätigen dies. Dazu kommt, dass der Euro und vor allem das britische Pfund deutlich an Wert verloren haben. Umso mehr gilt es nun, die Stärken des Tourismusstandorts Schweiz auszunutzen und besser zu sein als die Konkurrenz. Diese Abgrenzung darf aber nicht über Preissenkungen erfolgen.

Vielmehr muss das Produkt so gestaltet sein, dass der Gast bereit ist, mehr dafür zu bezahlen. Unsere Trümpfe sind die intakte Natur, der hohe Anspruch an Qualität und die Bereitschaft, der Krise mit Innovationskraft entgegenzuhalten. Dabei ist die Schweizer Hotellerie nach fünf Jahren kontinuierlichen Wachstums für Turbulenzen besser gewappnet als in der Vergangenheit. So wurden die Boomjahre genutzt, um die Entschuldung voranzutreiben und gleichzeitig neue Substanz anzureichern. Die Abnahme des Kreditvolumens (siehe Tabelle) bei konstant hohen realen Bauaufwendungen ist ein deutliches Zeichen dafür.

Ein Ja zum biometrischen Pass

In Zeiten des konjunkturellen Abschwungs hilft weder Jammern noch blindwütiger Aktionismus. Vielmehr gilt es, verstärkt auf die Gästebedürfnisse einzugehen und ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Damit unsere Branche ihr Potenzial ausschöpfen kann, sind weitere Liberalisierungsschritte, die Reform der Mehrwertsteuer sowie eine konsequente Weiterführung des bilateralen Weges nötig.

Ein weiterer wichtiger Schritt auf diesem Weg stellt die Volks- abstimmung vom 17. Mai über das revidierte Ausweisgesetz dar, das die Grundlage für die Einführung von biometrischen Pässen und Reisedokumenten in der Schweiz bildet. Für die Schweizer Hotellerie ist es zentral, dass die internationale Reisefreiheit gewährleistet ist und die Verpflichtungen aus dem Schengen-Abkommen eingehalten werden können. Damit sich die Schweiz im internationalen Wettbewerb auch weiterhin als beliebtes Reiseziel behaupten kann, sagt Hotelleriesuisse klar Ja zum biometrischen Pass.