Der aktivistische Investor RBR will den Vermögensverwalter GAM Holding auf Rentabilität trimmen. Vor allem mit Kostensenkungen peilt der Aktionär bei dem Fondshaus eine Gewinnverdoppelung an, wie es in einer am Mittwochabend verfügbaren Präsentation hiess.

2016 belief sich der operative Gewinn auf 94,2 Millionen Franken, ein Minus von 41 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. RBR fordert zudem die Ablösung von GAM-Chef Alexander Friedman und bestätigte damit einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters.

Drei Vertreter im Verwaltungsrat angestrebt

Um die Pläne umzusetzen will RBR auf der Generalversammlung vom 27. April drei neue Mitglieder in den Verwaltungsrat des Fondshauses wählen lassen, darunter RBR-Gründer Rudolf Bohli und Kasia Robinski, die Präsidentin werden soll.

Gleichzeitig sprach sich der Hedgefonds gegen die Wahl von drei anderen Kandidaten aus. RBR hält früheren Angaben zufolge 3,3 Prozent der GAM-Anteile und ist deshalb auf Unterstützung von anderen Eignern angewiesen, um GAM umzukrempeln. Der Plan von RBR sieht Einsparungen von gut 100 Millionen Franken und den Abbau von 353 Stellen in Unterstützungsfunktionen vor. GAM beschäftigte Ende Jahr 1023 Personen.

Der Ertrag schrumpft

Die Gesellschaft kämpft mit Ertragsproblemen und Vermögensabflüssen: Im vergangenen Jahr zogen verunsicherte Kunden im Kerngeschäft Investment Management 10,7 Milliarden Franken ab, der Ertrag des Unternehmens brach um ein Fünftel ein. Bis 2019 sollen die Kosten den Plänen des gegenwärtigen Managements zufolge um weitere bis zu 30 Millionen Franken sinken.

(reuters/mbü)

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