Im Machtkampf um den Vermögensverwalter GAM Holding verschärft sich knapp drei Wochen vor dem jährlichen Aktionärstreffen der Ton. Der Hedgefonds RBR warf dem GAM-Management am Montag vor, seine Vorschläge für Sparmassnahmen und die Neubesetzung des Verwaltungsrats nicht ernst zu nehmen und warb bei anderen Aktionären um Unterstützung.

«GAMs Verwaltungsrat hat RBR bisher nicht geantwortet, nicht einmal gesagt, ob die Vorschläge diskutiert und geprüft wurden», hiess es in dem Brief des aktivistischen Investors an die GAM-Eigentümer. «Wir sind enttäuscht, dass der GAM-Verwaltungsrat unsere Vorschläge und Arbeit nicht ernster nimmt oder sich bemüht, unsere hoch qualifizierten Kandidaten zu interviewen.»

RBR will Kosten senken

RBR peilt bei dem mit Ertragsproblemen und Vermögensabflüssen kämpfenden Fondshaus vor allem mit Kostensenkungen eine Gewinnverdoppelung an. Der Hedgefonds fordert zudem die Ablösung von GAM-Chef Alexander Friedman und will bei der Generalversammlung am 27. April drei neue Mitglieder in den sechsköpfigen Verwaltungsrat wählen lassen. RBR-Chef Rudolf Bohli gibt sich allerdings nur einen Versuch für die Machtübernahme bei GAM.

GAM-Chef Friedman wies die Sparforderungen von RBR in einem Zeitungsinterview zurück. «Bohlis 100 Millionen Franken sind aus der Luft gegriffen», sagte er der Wirtschaftszeitung «Finanz und Wirtschaft» (Samstagsausgabe). «Die Forderung ist unrealistisch, zeugt von Unverständnis, und die Umsetzung würde den Fortbestand der Firma gefährden.» GAM will sich gegen die RBR-Vorschläge stemmen.

(sda/mbü/cfr)

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