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Gazprom – Die Aktie profitiert vom steigenden Öl- und Gaspreis

Bergamt Stralsund

Bergamt Stralsund: Über die geplante Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 wird auch hier entschieden.

Quelle: Keystone

Gazprom profitiert vom steigenden Öl- und Gaspreis. Die Aktie hat jetzt wichtige Widerstände geknackt. Da könnte es ganz schnell um weitere zehn bis 20 Prozent nach oben gehen.

Von Georg Pröbstl*
am 18.01.2018

Erst vor vier Monaten an dieser Stelle empfohlen und schon bringt Gazprom ein Plus von rund 20 Prozent. Ging es in den ersten drei Monaten mit dem Titel nur moderat nach oben, so kam es Anfang Januar zum Kursschub.

Die Aktie an der Börse Moskau durchbrach dabei sogar den starken Widerstand bei 140 russischen Rubel und notiert nun bei etwa 150 Rubel. Das an den Börsen in Europa und den USA gehandelte ADR – dieses entspricht zwei Gazprom-Aktien und kann jederzeit in die Aktie getauscht werden und umgekehrt – durchbrach dabei ebenfalls starke Widerstände und notiert inzwischen auch über der psychlogisch wichtigen Marke von 5,0 Dollar oder 4,0 Euro.

Gazprom profitiert vom steigenden Öl- und Gaspreis

Auslöser des Schubs in den letzten Wochen war der Anstieg des Öl- und Gaspreises. So legte beispielsweise die Nordsee-Öl-Sorte Brent in den letzten vier Wochen um rund zehn Prozent zu und der Preis von Erdgas kletterte seit Mitte Dezember sogar um 20 Prozent.

Als grösster Gaskonzern weltweit mit einem Anteil an den globalen Gasvorräten von 17 Prozent sowie als einer der Top-Vier-Player am russischen Ölmarkt profitiert das Unternehmen aus Moskau davon natürlich ganz besonders. Zudem konnte Gazprom Ende November auch einen wichtigen Teilerfolg beim geplanten Bau der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 verbuchen. Dabei erteilte das Bergamt Stralsund für diese Projekt eine erste Teilgenehmigung.

Umsatzsteigerung und günstige Bewertung

Aber unabhängig davon: Trotz Russland-Sanktionen und Wirtschaftsflaute in der ehemaligen Sowjetunion konnte der Energieriese seinen Umsatz zwischen 2013 und 2016 um rund 20 Prozent auf umgerechnet etwa 90 Milliarden Euro in 2016 ausbauen. Der Jahresgewinn hielt sich dabei mit umgerechnet rund 15 Milliarden Euro auf hohem Niveau.

Und da kommen Anleger zur Bewertung. Bei Gazprom ist in diesem und im nächsten Jahr ein 4er-KGV drin, es gibt hohe Dividenden im Bereich von 5,0 Prozent und das ADR notiert mit einem extrem niedrigen KBV von 0,3 meilenweit unter dem Buchwert von 14,46 Euro.

Chart und Devisenphantasie

Neben der fundamental massiven Unterbewertung setzen Anleger bei Gazprom auf zwei weitere Dinge: Da ist zum einen die charttechnische Phantasie. Nach dem Ausbruch über den Widerstand bei 140 Rubel ist jetzt der nächste Widerstand erreicht. Fällt nun auch die Zone um 150 Rubel, könnten ganz schnell 160 oder 170 Rubel drin sein.

Als zweites bietet der Rubel Chancen. Seit den Sanktionen gegen Russland hat Russlands Währung massiv an Wert verloren – zum Teil 50 Prozent und mehr zu Dollar oder Euro. Ein Ende der Sanktionen – das früher oder später kommen dürfte – lassen beim Rubel auch wieder deutlich bessere Zeiten erwarten. Das ADR könnte dann ganz schnell im Bereich von 6,0 oder 7,0 Euro wie noch in 2014 stehen.

Gazprom ADR

ISIN: US3682872078

Gewinn je Aktie 2018e: 0,90 €

KGV 2018e: 4,7

Dividende 2017e: 0,23 €/5,4%

EK je Aktie: 14,46 €

EK-Quote: 67,1%

KBV: 0,3 

Kurs/Ziel/Stopp: 4,25/4,80/2,80 €

Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (DeutschlandÖsterreichSchweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots 1 Jahr: +26,1 Prozent (DAX: +12,7 Prozent), 3 Jahre: +71,5 Prozent (DAX: +22,4 Prozent). Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +301,7 Prozent (Dax: +83,3 Prozent).

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