Der Aktienkurs der russischen Öl- und Gaskonzerns Gazprom wurde in den letzten Wochen um über 15% gedrückt. Grund dafür ist eine mögliche neue Treibstoffsteuer. Hinzu kommen, wie auch bei anderen globalen Förderern von fossilen Energieträgern, Befürchtungen, dass eine schwächelnde US-Konjunktur den Benzinverbrauch in Nordamerika drosseln und die Preise ins Rutschen bringen könnte.

Im Gegensatz zu anderen Konzernen sitzt das russische Unternehmen auf hohen eigenen Gas- und Rohölreserven. Politische Störmanöver erschweren Konkurrenten wie Shell und jetzt BP die Erschliessung von weiteren grossen Feldern in Sibirien. Grobes Vorgehen hin, unfeiner Stil her – die Reserven sind bei Gazprom sehr gross und mit 49 Dollar pro Barrel sehr konservativ bewertet, denn die Marktpreise liegen gegenwärtig gut doppelt so hoch.

Die Analysten von Goldman Sachs setzen ein 12-Monats-Kursziel von 64 Dollar für die Gazprom-ADR, die in New York gehandelt werden. Gazprom gilt in den Augen etlicher Analysten als der beste russische Förderer von fossilen Energieträgern. Auf dem Hintergrund des ungewissen Zeitpunktes der Einführung der neuen Steuer empfehlen sie den Kauf von Calls mit einem Ausübungspreis von 55 Dollar und einer Laufzeit, die frühestens im Juni endet.

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Für die Umsetzung des von den Goldman-Sachs-Analysten skizzierten Szenarios eignen sich unter anderem die Calls GAZAB, GAZCS, DB1M94, DB1M88, GAZBF oder GAZCA, die alle Ausübungspreise zwischen 50 und 56 Dollar haben. Aggressiver disponierende Anleger werden sich an Calls halten, die höhere Ausübungspreise aufweisen wie beispielsweise GAZBQ oder DB782R. Für Absicherungsgeschäfte oder eine Spekulation auf einen Kursrückgang – etwa im Gefolge rasch nachgebender Rohölpreise aufgrund einer scharfen Rezession in den USA – eignen sich Puts wie GAZBJ, GAZBI oder DB1M90.

Discount-Zertifikate

Bei den beiden Discount-Zertifikaten DB0NZS und DB1KXP liegt der Cap praktisch auf dem aktuellen Kursniveau. Das Gleiche gilt auch für das Outperformance-Zertifikat EFAJM. Die Gazprom-ADR werden in Dollar gehandelt, deshalb tragen die Käufer von Derivaten immer auch ein Dollarrisiko.

Diversifizierte Aktienbaskets

Neben diesen Einzelprodukten auf Gazprom haben einige Banken diese Aktie mit anderen Basiswerten gebündelt. Nicht immer liegen die Argumente für Kombinationen von Erdölkonzernen mit indischen IT-Firmen, russischen Telekom-Netzbetreibern oder der brasilianischen Petrobras auf der Hand. Kombinationen mit Lukoil, Rosneft oder Surgutneftegaz machen mehr Sinn, weil hier die Aktien nicht nur aus einem Land kommen und damit gleiche politische Rahmenbedingungen umfassen, sondern weil dadurch auch die Korrelation höher ist – und damit die Chance geringer, dass ein Ausreisser nach unten das Kalkül der Anleger durchkreuzt.

Rohöl- und Gasfirmen bilden auch wichtige Komponenten für die russischen Aktienindizes. Auf den RTX-Index beispielsweise hat die Deutsche Bank zwei Dutzend Hebelprodukte herausgebracht, mit denen sich optimistische oder pessimistische Szenarien spielen lassen. Index-Tracker, die konservativer sind, haben auch die UBS und Goldman Sachs auf den RTX-Index emittiert. Und auch ein halbes Dutzend Discountzertifikate sind auf den RTX erhältlich. Allerdings sind Discounter auch auf diesem Index dennoch Produkte, die der Anleger sorgfältig im Auge behalten muss.

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