Die Aktien des Uhrenherstellers Swatch verzeichnen am Donnerstag in einem insgesamt schwachen Gesamtmarkt deutlich Kursavancen. Händler führen dies auf Deckungskäufe im Zusammenhang mit jüngsten Studien von Analysten zurück, die sich wieder etwas zuversichtlicher zu Swatch geäussert und ihre Kursziele nach oben korrigiert haben.

Bis gegen 14.10 Uhr gewinnen die Swatch-Valoren 2,2 Prozent auf 298 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am SMI 1,0 Prozent tiefer steht. Im bisherigen Hoch erreichten sie am Donnerstag gar 289,20 Franken.

Plus dank LVMH-Zahlen

Die Aktien, die im bisherigen Jahresverlauf mit einem Minus von rund 24 Prozent zu den schwächsten SMI-Titeln gehören, haben bereits am Dienstag nach der Vorlage der Neunmonatszahlen des Luxusgüterherstellers LVMH Fahrt aufgenommen. Auch Richemont legten an dem Tag kräftig zu. Aktuell verbuchen letztere Titel mit +0,5 Prozent auf 64,05 Franken leichte Gewinne, allerdings moderater als Swatch.

LVMH zeigte im dritten Quartal wieder ein beschleunigtes Wachstum. Treiber war dabei das Geschäft in Asien ohne Japan. Dort stellten die Franzosen eine deutliche Verbesserung im Verlauf des dritten Quartals fest. Der amerikanische Markt und Europa befänden sich mit Ausnahme von Frankreich weiter auf dem richtigen Weg.

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Deckungskäufe bei Swatch

Gemäss einem Händler sei es im Anschluss zu diesen Resultaten zu Deckungskäufen in Swatch, aber auch Richemont gekommen. Die Aktien von Swatch dürften durch einen klassischen «Zweitrundeneffekt» von dem im Anschluss an die Zahlen erfolgten Hochstufungen von LVMH durch verschiedene Broker – unter anderem Goldman Sachs, JPMorgan und Morgan Stanley, profitiert haben – heisst es. In diesem Zusammenhang falle dann der Blick der Investoren auch immer auf die Peers. Abgesehen davon gebe die bisherige Kursperformance auf Jahressicht dem einen oder anderen Investoren eventuell Anlass über Aufholpotential der Aktien nachzudenken.

Zudem dürfte Swatch durch die breite Aufstellung des Produktportfolios weniger anfälliger gegen zyklische Bewegungen sein als die reinen Luxusgüterproduzenten, schreiben beispielsweise die Analysten der UBS, die das Kursziel am Dienstag hochgestuft haben, in einer Studie. Ihren Recherchen zufolge seien Leute aus der wachsenden chinesischen Mittelklasse weiterhin Konsumenten von Luxusuhren, allerdings im Einstiegssegment mit Preisen um 2'000 bis 5'000 Franken, in dem auch Swatch präsent ist.

(awp/ise)