Mit Mikrokrediten werden Finanzdienstleistungen an Kleinstunternehmen – Einzelpersonen, Gruppen oder Gemeinschaften – im unregulierten Privatsektor vermittelt. Sie decken alles ab, vom Arbeitskapital, Sparkonten und Versicherungen bis hin zur Einrichtung eines Schliessfachs. Das Geld fliesst über sogenannte Mikrofinanz-Institute, die nach Angaben von Credit Suisse «äusserst solvent» sind. So soll die Rückzahlungsquote bei 98% liegen.

Die in den letzten Jahren entstandenen Mikrofinanz-Fonds verwalten gegenwärtig rund 4,4 Mrd Dollar. Ganz abgesehen vom humanitären Nutzen interessieren sich immer mehr institutionelle Anleger für Mikrofinanz, so die CS, dies nicht zuletzt, weil die geringe Korrelation mit den Höhen und Tiefen entwickelter Märkte eine vorteilhafte Diversifizierung des Portefeuilles erlaubt. Inzwischen eröffnen sich zudem immer mehr Anlagemöglichkeiten für Privatanleger. Dazu zählt der Guilé European Engagement Fund, der vor kurzem die Vertriebsgenehmigung der Bankenkommission erhalten hat. Die Hälfte seiner Verwaltungsgebühr dient zur Finanzierung der schweizerischen Fondation Guilé, die sich für Vorhaben im Rahmen des UN Global Compact (UNGC) einsetzt. So beteiligt sich die Stiftung zusammen mit europäischen Grossunternehmen an einem Baustoffprojekt in Indien (Holcim), einem Windmühlenprogramm in Madagaskar (ABB) und dem Business-Plan für eine Mikro-Gesundheitsversicherung aus der Axa-Palette (Novartis Foundation, Swiss Re und der Deza). Investiert wird in Substanzwerte von europäischen UNGC-Signatoren. Dabei will Melchior de Muralt vom Genfer Fondsmanager De Pury Pictet Turrettini über das Portefeuille das Prinzip der Corporate Social Responsibility fördern: Als Mitbegründer der Ethos-Stiftung dürfte ihm die Rolle als rühriger Aktionär nicht schwerfallen.

Wesentlich länger im Markt ist der responsAbility Global Microfinance Fund der Credit Suisse, dessen Vermögen sich auf 211000 Kunden von 152 Microfinanz-Instituten in 36 Entwicklungs- und Schwellenländern verteilt, «von der Marktfrau in Ghana bis zum Konditor in Serbien». Die gewichtete Restlaufzeit des Portefeuilles beträgt in der Regel weniger als zwei Jahre, wobei das gesamte Wechselkursrisiko gegenüber dem Dollar abgesichert ist. Seit Lancierung ist dem Zürcher Fondsmanager responsAbility Social Investment Services eine regelmässige Überperformance gegenüber der Benchmark gelungen.

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Das gleiche Team berät das im Mai aufgelegte Tracker-Zertifikat Voncert responsAbility Media Development der Bank Vontobel. Das Produkt basiert auf einem Basket, bestehend aus einer 1%igen Obligation und einem Open-End-Franken-Swap auf den 5-Jahres-Zinssatz. Von den aufgenommenen Mitteln dienen 20% zur Finanzierung von Darlehen an Medienunternehmen, deren Unabhängigkeit aus politischen Gründen gefährdet ist.

Spendenmodelle ...

Rein karitativ präsentieren sich weitere Finanzprodukte. Als innovatives Vehikel für «wohltätiges Spenden» bietet sich etwa der Swisscanto Swiss Red Cross Charity Fund an. Mit dem Kauf der Anteile gewährt der Anleger dem SRK das Anrecht auf die Hälfte der anfallenden Ausschüttung. Dazu verzichten sowohl der Anbieter als auch die Kantonalbanken und die Depotbank BCV auf die Hälfte der 0,9%igen Verwaltungskommission zugunsten des SRK. Investiert wird weltweit in Obligationen der Investment Grade. Im April wartete die Credit Suisse ihrerseits mit zwei strukturierten Produkten zugunsten der von der Bank selbst gegründeten Stiftung Symphasis auf. Diese dient «der Unterstützung und Förderung sozialer, karitativer, umweltbezogener, kultureller und gesundheitssportlicher gemeinnütziger Werke», so mit Projekten zur Ausbildung afrikanischer Kinder. Die kapitalgeschützte Charity Opportunity Note auf 20 gleichgewichtete Aktien im CS Buy Universe zahlt einen fixen Jahrescoupon von 1% an Symphasis, die mit einer Barriere von 55% versehene Charity Yield Note auf vier Börsenindizes einen solchen von 1,5%.

... auch für die Nachbarschaft

Gemeinnützige Anlagen sind durchaus auch auf lokaler Ebene möglich. Bis November 2011 läuft die von der Regiobank Solothurn und der Bank Vontobel gemeinsam aufgelegte Bonus Income Note Plus Regio Social Protect. Basis ist ein Basket von 20 internationalen Blue Chips. Das an der SWX kotierte Kapitalschutzprodukt bietet neben einer jährlichen Auszahlung zwischen 0,75 und 5,75% eine steuerlich abzugsfähige Spende für soziale Zwecke. Empfänger sind die Vereinigung Insieme Solothurn, die schweizweit Weiterbildungs- und Freizeitangebote für Behinderte finanziert, und Swisshand/Stiftung Offene Hand, die effiziente Selbsthilfeprogramme in Entwicklungsländern unterstützt.