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Geplantes Defizitziel von Italien macht Anleger nervös

The mayor of Rome Virginia Raggi inaugurates the new lighting in Piazza del Campidoglio, Rome, Italy, 26 September 2018. Piazza del Campidoglio is dressed in new light: 566 LED light bulbs from the evening illuminate Palazzo Senatorio, Palazzo dei Conservatori, Palazzo Nuovo, the arcades and the fountain of the Goddess Roma on September, 26 2018 in Rome, Italy. (Photo by Andrea Ronchini/NurPhoto via Getty Images)
Die Piazza del Campidoglio in der italienischen Hauptstadt Rom. Quelle: Andrea Ronchini/NurPhoto

Die Furcht der Anleger vor einem Konflikt Italiens mit der EU belastet die Finanzmärkte. Besonders betroffen sind die Bankenwerte.

Veröffentlicht am 28.09.2018

Die Furcht der Anleger vor einem Konflikt Italiens mit der EU wegen eines zu hohen Defizitziels belastet am Freitag die Finanzmärkte. Das bekommen vor allem die Bankenwerte des Landes zu spüren.

Der italienische Bankenindex fällt zu Handelsbeginn um bis zu 5,3 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Wochen. Damit steuert der Sektor auf den schwärzesten Börsentag seit mehr als zwei Jahren zu. Die Aktien von Banco BPM, Ubi Banca und Unicredit brechen um bis zu sieben Prozent ein.

Der Mailänder Leitindex verliert 2,5 Prozent. In der Schweiz gibt der Leitindex SMI um 0,24 Prozent nach. An den Anleihemärkten werfen Anleger italienische Titel aus den Depots: Die Risikoaufschläge für die zehnjährigen Papiere zogen im Gegenzug um 18 Basispunkte auf 3,08 Prozent an.

Der Euro rutschte zwar zum Dollar in der Nacht zweitweise auf den tiefsten Stand seit fast zwei Wochen ab. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung wieder etwas höher bei 1,1647 Dollar gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie am späten Vorabend. Zum Franken bewegte sich der Euro ebenfalls nur leicht und kostete mit 1,1372 nur etwas weniger als am Vorabend.

Italien bleibt kritisches Thema

Die italienischen Regierungsparteien und Wirtschafts- und Finanzminister Giovanni Tria verständigten sich am Donnerstagabend auf ein Defizitziel für 2019 in Höhe von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts - so wie es die populistische 5-Sterne-Bewegung und die rechte Lega gefordert hatten.

Börsianern zufolge dürfte Italien damit für lange Zeit ein kritisches Thema an der Börse bleiben. «Alle, die auf eine moderate Neuverschuldung gehofft haben, werden jetzt bitter enttäuscht», sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Handelshaus QC Partners.

«Wenn Italien in diesem Tempo neue Schulden anhäuft, muss die Frage nach der langfristigen Schuldentragfähigkeit gestellt werden.» Italien muss den kompletten Haushaltsentwurf 2019 bis zum 15. Oktober bei der EU-Kommission und der Eurogruppe einreichen.

(awp/tdr/mlo)

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