Am 12. November wird der Schokoladenhersteller Barry Callebaut seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2008/09 vorlegen. Analysten gehen von einem Volumenwachstum von rund 3% aus. Der Umsatz soll um rund 1% und der Gewinn um rund 10% zulegen. Damit würde der Schokoproduzent deutlich unter seinen mittelfristigen Zielen bleiben. Diese beinhalten nämlich eine Volumenzunahme von 9 bis 11% und ein Gewinnwachstum von 13 bis 16%. Der Helvea-Analyst Andreas von Arx rechnet mit einer Revision der Ziele fürs Jahr 2009/10. «Wenn man die aktuellen Konsensschätzungen anschaut, ist eine Reduktion der Guidance bereits in den aktuellen Aktienkurs eingepreist», so von Arx.

Ähnliche Bedenken hat auch der Analyst Pablo Zuanic des US-Brokers JPMorgan. Jüngst hat er das Rating von Barry Callebaut auf «Untergewichten» von «Neutral» zurückgenommen und das Kursziel auf 525 Fr. von bisher 580 Fr. reduziert. Er erwarte, dass der Schokoladenhersteller beim Volumen im nächsten Jahr deutlich hinter dem langfris-tigen Wachstumsziel zurückbleiben werde, so seine Begründung. Zudem werde die Marge durch die steigenden Kakaopreise belastet.

Vor Kurzem hat Barry Callebaut bekannt gegeben, den spanischen Schokoladenhersteller Chocovic zu übernehmen. Die Firma setzt jährlich 60 Mio Euro um, was etwa 2% des Gesamtumsatzes von Barry Callebaut entspricht. «Die Übernahme von Chocovic entspricht dem Fokus von Barry Callebaut auf industrielle und gewerbliche Kunden», erklärt die Vontobel-Analys-tin Claudia Lenz. Sie schätzt den Kaufpreis auf rund 40 Mio Euro.

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Trotz attraktiver Bewertung sollten Anleger mit Zukäufen zuwarten, bis die Prognosesicherheit hinsichtlich der mittelfristigen Ziele und der Verbraucherstimmung grösser ist. Auch bei der Konkurrenz Lindt & Sprüngli dürfte Abwarten vorerst die beste Strategie sein. In einem Interview hat der CEO Ernst Tanner seine Ziele fürs Jahr 2009 (Umsatzwachstum 2 bis 5%, Ebit von 260-280 Mio Fr) bestätigt.

Allerdings wies Tanner darauf hin, dass das Ebit-Ziel für 2010 wegen der gestiegenen Kakaopreise erschwert sei. Dennoch: «Auf Jahressicht trauen wir der Aktie ein Kurspotenzial von mindestens 20% zu», so der ZKB-Analyst Patrik Schwendimann.