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Ausblick: Die «unerhörten» Prognosen der Saxo Bank

Saxo-Bank-Chefökonom Steen Jakobsen: Sein Jahresausblick polarisiert. Quelle: Keystone

Steen Jakobsens «unerhörte» Prognosen finden jährlich viel Beachtung. Hier sind die Thesen des Chefökonoms der Saxo Bank für 2018.

Von Peter Manhart
07.12.2017, Aktualisiert vor 7 Stunden
Auf lediglich 1 Prozent veranschlagt Steen Jakobsen, Chefökonom der Saxo Bank, die Eintrittswahrscheinlichkeit seiner unten aufgeführten Szenarien. Seit mehr als zehn Jahren bereits formuliert er die zehn «unerhörtesten» Prognosen für das kommende Jahr. Allgemein blicken die Prognostiker hoffnungsfroh in die Zukunft. Die Konjunktur sollte robust bleiben – das in allen Regionen. Und auch von der Zinsseite droht wenig Ungemach, weil die Teuerung nicht über Gebühr anziehen dürfte. Wir stellen die wichtigsten sechs der zehn «outrageous predictions» vor – die das Zeug haben, den Aufwärtstrend an den Börsen zu stoppen oder die Marktteilnehmer zu verblüffen.
 

China spielt mit seinen Muskeln am Rohölmarkt

Petro-Renminbi: Das Reich der Mitte ist mit Abstand der grösste Rohölimporteur der Welt und viele Förderländer wickeln den Geldfluss bereits in Yuan ab. Neu will auch die Energiebörse in Schanghai einen Öl-Future in Yuan lancieren. Als Folge des schwindenden Einflusses der USA in Eurasien und des durchschlagenden Erfolgs von in Yuan denominierten Rohstoff-Futures sollte auch dieser Terminkontrakt viel Geld anziehen und den Yuan gegenüber dem Dollar mehr als 10 Prozent aufwerten. Sinkt das Devisenpaar Dollar/Yuan erstmals unter 6,0?
 

Ein «schwarzer Montag» sucht Aktienmarkt heim

Flashcrash: Die aussergewöhnlich tiefe Volatilität am Aktien- und Häusermarkt korrespondiert mit dem Preisanstieg dieser beiden Anlageklassen. Doch das Unerwartete tritt ein und der S&P rauscht an einem Tag 25 Prozent in die Tiefe – ähnlich wie 1987. Das radiert Fonds, die auf eine weitere sinkende Schwankungsbreite der Märkte gesetzt hatten, komplett aus. Die hingegen, die auf eine rapide steigende Volatilität wetteten, fahren Kursgewinne von 1000 Prozent und mehr ein und werden zu lebenden Legenden auf dem Börsenparkett.
 

Ein erstarkter Osten gibt neu in der EU den Ton an

Machtverschiebung: Der Graben zwischen den alten EU-Mitgliedstaaten und den neuen Ländern im Osten tut sich weiter auf. 2018 verschiebt sich das Machtzentrum weg von Deutschland und Frankreich – erstmals seit 1951 – hin zu den Staaten in Mittel- und Osteuropa, die ihren Einfluss auf vielen Gebieten ausweiten können. Es dauert nicht lange, bis die Devisenmärkte darauf reagieren. Der Euro wird davon schwer in Mitleidenschaft gezogen und schwächt sich gegenüber dem Dollar bis hin zur Parität ab. Das entspricht einer Abwertung von rund 20 Prozent.
 

Bitcoin steigt himmelhoch und fällt dann zusammen

Hype endet: Bitcoin steigen 2018 auf ein Hoch von mehr als 60'000 Dollar je Stück, was einer Gesamtkapitalisierung von rund 1 Billion entspräche. Doch dann dreht der Markt in die andere Richtung. Die Gründe: Russland und China werden bezüglich Kryptowährungen zurückhaltender und verbieten diese zum Teil sogar. Ein Übriges tun klassische Investoren, die sich vermehrt am reifer werdenden Futures-Markt positionieren. Der Absturz sollte 2019 bei rund 1000 Dollar enden. Dieser Kurs entspräche ungefähr den Produktionskosten eines Coins.
 

Tencent wird wertvoller als Apple

Stabwechsel: Die Öffnung und Reform von Chinas Kapitalmärkten zieht in Zukunft verstärkt ausländisches Kapital an. Die Gelder fliessen vor allem in Technologietitel wie Tencent. Auch wenn der Aktienkurs von Tencent 2017 bereits 120 Prozent vorgerückt ist und sich die Marktkapitalisierung 500 Milliarden Dollar nähert – zu gewissen Zeiten in diesem Jahr war Tencent mehr wert als Facebook –, wird der Titel 2018 erneut 100 Prozent steigen und damit Apple als wertvollstes Unternehmen der Welt mit einem Börsenwert von deutlich mehr als 1 Billion Dollar ablösen.
 

Frauen erobern endlich die Chefetagen

Empowerment: 50 Prozent mehr Frauen als Männer schliessen in den USA Bachelor- und höhere Studienabschlüsse ab. Selbst in den Wirtschaftswissenschaften sind die Absolventen mittlerweile zur Hälfte weiblich. In der obersten Führung der 500 grössten Unternehmen finden sich 2017 indes nur gerade 6,4 Prozent Frauen als CEO. 2018 wird das chauvinistische «Old Boys»-Netzwerk kräftig durchgeschüttelt: Bis Ende Jahr werden 60 Frauen an der Spitze der 500 grössten Konzerne stehen. Das entspräche beinahe der Verdoppelung zum Stand von heute.
 
Weitere verblüffende Prognosen der Saxo Bank finden Sie hier.
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