Das US-Unternehmen Dealogic, welches das einschlägige Datenmaterial für die Hochrechnung der Kapitalmarktaktivitäten (M&A, Bonds, Private-Equity-Deals) der Investmentbanken sammelt, zeichnet ein höchst heterogenes Bild vom letzten Jahresviertel.

Drei Wochen vor Quartalsende öffnte sich offenbar die Schere zwischen jenen Banken, deren Geschäft brummt und den anderen, bei denen dieses allenfalls leise summt.

Geradezu explodiert gegenüber dem 3. Quartal dieses Jahres ist das Geschäft bei Nomura und der Bank of America/Merrill Lynch. Diese verzeichnen über alle sichtbaren Investmentbanken-Aktivitäten Zuwächse von 156 bzw. 113%. Ebenfalls deutlich in der Pluszone sind Goldman Sachs (57%) und Credit Suisse (22%).

Zwischen 5 und 8% zurückgegangen sind gemäss Dealogic die Aktivitäten bei der Deutschen Bank, der UBS und der Royal Bank of Scotland (RBS). Aus diesem Rückgang errechnen die Analysten von Goldman Sachs für die Deutsche Bank einen Rückgang der Umsätze im Bereich der Festverzinslichen und Rohstoffe um 25% im laufenden Quartal.

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Josef Ackermann optimistisch

Was die Deutschbanker nicht daran hinderte, an ihrem Investors Day vom 15. Dezember Optimismus zu verbreiten. CEO Josef Ackermann will die Profitabilität in seinem Investment Banking bis 2011 auf 6,3 Mrd Euro steigern. Im gleichen Jahr soll die Bank einen operativen Gewinn von 10 Mrd Euro erzielen,

Für 2009 haben die Morgan- Stanley-Analysten ihre Gewinnschätzung für die Deutsche Bank indessen um 16 Cent auf 6.83 Euro pro Aktie reduziert. Aufgrund der hohen Bewertung zum 1,3-fachen Buchwert raten sie zum Umschichten in andere, günstiger bewertete Häuser.

Als solches gilt ihnen Credit Suisse. Zwar haben die Analysten auch hier die Gewinnschätzung für das laufende Jahr um knapp 40 Rappen auf 6.47 Fr. pro Aktie zurückgenommen, aber die Credit Suisse ist deutlich günstiger bewertet als die Deutsche Bank.

Credit Suisse auf der Zielgeraden

Und auch bei der UBS dürfte sich der Gewinn im laufenden Jahr laut den Morgan-Stanley-Analys-ten leicht reduzieren, wenn denn ein solcher eingespielt wird.

Hinsichtlich der Verbesserung des Verhältnisses von Bilanzsumme zum Eigenkapital (Leverage) bleibt für die drei Banken noch einiges zu tun. Die Deutsche Bank kommt auf 3,7%, die Credit Suisse auf 4,1% und die UBS auf 3,5%. Zum Vergleich: Die grossen US-Ins-titute haben Werte zwischen 6,4 und 9%. Auf der «Zielgeraden» vor Quartalsende bleibt die Credit Suisse für viele Analysten die Nummer eins. UBS und Deutsche Bank machen noch unter sich aus, wem der bessere Schlussspurt gelingt.