In der Hoffnung auf einen schnellen Schuldenabbau sind am Montag weitere Anleger bei Glencore eingestiegen. Die Aktien des Bergbaukonzerns und Rohstoffhändlers stiegen an der Londoner Börse um bis zu 20,5 Prozent. Das ist der zweitgrösste Kurssprung der Firmengeschichte. Mit einem Kurs von 114,45 Pence lagen die Papiere aber immer noch rund 65 Prozent unter ihrem Niveau vom Jahresbeginn.

Bei den Anleihen des Unternehmens griffen Anleger am Montag ebenfalls beherzt zu. Dies drückte die Rendite der Papiere mit einer Laufzeit bis 2020 auf 6,302 von 7,459 Prozent. In den letzten beiden September-Wochen hatten sich die Renditen wegen Zweifel der Anleger an der Zahlungsfähigkeit von Glencore zeitweise auf 10,777 Prozent verdreifacht.

Verkaufsgerüchte treiben Aktie

Einem Reuters-Bericht vom Freitag zufolge verhandelt Glencore mit einem saudi-arabischen Staatsfonds, einem kanadischen Pensionsfonds und dem staatsnahen chinesischen Getreidehändler Cofco über den Verkauf des Agrargeschäfts. Zum Volumen dieses Deals sagten die Insider nichts.

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Glencore hatte zuvor angekündigt, durch den Verkauf von Sparten wie dem Agrargeschäft insgesamt etwa zwei Milliarden Dollar einnehmen und damit den 30 Milliarden Dollar hohen Schuldenberg abbauen zu wollen.

Hongkong: Riesiger Kurssprung

Die in Hongkong gelisteten Glencore-Titel schossen am Montag zeitweise sogar um 72 Prozent in die Höhe – so viel wie nie zuvor.

Dabei wechselten bis kurz vor Handelsschluss etwa 50 Mal so viele Papiere den Besitzer wie an einem Durchschnittstag. Glencore konnte sich nach eigenen Angaben weder diesen noch den Kurssprung in London erklären.

Turbulente Zeiten

Die Glencore-Aktie erlebte in den vergangenen fünf Handelstagen ihre volatilste Woche. Vor einer Woche stürzte sie um 29 Prozent ab, holte die Verluste aber bis zum Ende der Woche wieder auf.

Volatil war auch das vergangene Quartal an der Schweizer Börse. Heftige Turbulenzen hatten die Aktienwelt im Griff und setzten den SMI, der die 20 höchstkapitalisierten hiesigen Unternehmen listet, unter Druck. Das hatte Folgen: In der Periode zwischen Anfang Juli bis Ende September wiesen nur zwei Titel eine positive Bilanz auf (siehe Bildergalerie unten).

(reuters/ise/hon)