Eine Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs hat die Aktien von Sunrise belastet. Die Papiere der zweitgrössten Schweizer Telekommunikationsgesellschaft sackten am Mittwochmorgen in der Spitze um fast fünf Prozent auf 64 Franken ab. Goldman Sachs stufte das Rating von «Neutral» auf «Sell» herab. Das Kursziel wurde mit 68,50 Franken fixiert.

Sunrise gehört damit zu den schlechtesten Titeln. Der Gesamtmarkt – gemessen am SPI – legte derweil um 0,6 Prozent zu, das Gros der Papiere notiert im grünen Bereich. Der SMI legte ebenfalls deutlich zu, nachdem der Leitindex bereits am Vortag um 0,3 Prozent kletterte.

Zyklische Werte im Aufwind

Die Aussicht auf ein behutsames Vorgehen bei der Straffung der US-Geldpolitik hat am Mittwoch die Anleger an der Schweizer Börse nach Aktien greifen lassen, erklären Händler die Gewinne. Positive Vorgaben aus den USA hatten bereits an den Märkten in Fernost für überwiegend höhere Kurse gesorgt.

Gefragt waren vor allem zyklische Werte. An der Spitze standen die Anteile des Zementherstellers LafargeHolcim mit einem Kursgewinn von fast 4 Prozent. Händler sprachen von einer längst überfälligen Gegenbewegung nach dem starken Kurszerfall der vergangenen Monate.

Novartis und Syngenta unter Druck

Mit einem Kursplus von drei Prozent folgte der Luxusgüterkonzern Richemont. Rivale Swatch rückte um mehr als zwei Prozent vor. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB und des Personalvermittlers Adecco gewannen rund 1,5 Prozent.

Standardwerte, der sich leicht abschwächten, waren Syngenta und Novartis. Händler verwiesen darauf, dass es noch einige Hindernisse gebe, die die Übernahme von Syngenta durch ChemChina gefährden könnten. Novartis sieht sich Korruptionsvorwürfen in den USA und in der Türkei ausgesetzt.

Einbruch bei Evolva

Am breiten Markt fielen die Aktien von Newron auf, die um ein Drittel auf 16 Franken abstürzten. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA verlangt von Newron weitere Untersuchungen, um das Abhängigkeits- und Missbrauchs-Potenzial von Xadago einschätzen zu können.

Die Aktien von Evolva sausten um ein Fünftel auf 0,72 Franken in die Tiefe. Der Hersteller von Nahrungsmittelzusätzen ist 2015 tiefer in die roten Zahlen gerutscht und hat einen Nettoverlust von 31,8 Millionen Franken verbucht – nach minus 21,8 Millionen Franken im Jahr davor. Zudem verzögert sich die Markteinführung des gemeinsam mit Cargill entwickelten Süssstoffs wegen zu hoher Produktionskosten.

(reuters/ise/ama)

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