Nach der Grossbank Wells Fargo hat auch Goldman Sachs im 1. Quartal 2009 deutlich besser abgeschnitten als erwartet und damit für neue Hoffnungen und satte Kursgewinne bei den Finanzwerten gesorgt. Das Bankinstitut hat in den ersten drei Monaten des Jahres einen Überschuss von fast 1,7 Mrd Dollar erzielt, gibt sich zum Ausblick aber weiterhin zurückhaltend. Die Bank hat schon in den letzten Monaten die Krise besser bewältigt als die meisten Rivalen. «Goldman Sachs ist nicht als Gradmesser für die Bankbranche beizuziehen», kommentiert denn auch die Bank Wegelin. Das Institut profitiere vielmehr vom Niedergang grosser Konkurrenten.

Ob die positive Stimmung an den Märkten anhält, hängt von den weiteren Quartalsresultaten der Banken ab. Diese Woche legen JP Morgan Chase und Citigroup die Ergebnisse vor, nächste Woche folgen Bank of America und Morgan Stanley. Gemäss Konsensschätzungen dürften nur Citigroup und Morgan Stanley einen Verlust ausweisen. Auch die Schweizer Grossbanken werden bald ihre Zahlen vorlegen, die Credit Suisse am 23. April und die UBS am 5. Mai.

Gelockerte Bilanzierungsregeln

Branchenexperten schätzen, dass die Gewinne der US-Banken allein wegen der neuen Bilanzierungsregeln rund 15% höher ausfallen. Die Regeln geben den Instituten mehr Spielraum bei der Bewertung der «toxischen» Wertpapiere in ihren Büchern.

Doch von grösserem Interesse als die Quartalszahlen der einzelnen Banken sind für die Anleger die Stresstests, deren Resultate voraussichtlich Ende April 2009 veröffentlicht werden. Im Rahmen dieser Tests überprüft die amerikanische Regierung, ob die Bankinstitute auch einer weiteren Verschlechterung des Marktumfelds standhalten können.

Anzeige