Gold ist im neuen Jahr wieder als «sicherer Hafen» bei Anlegern gefragt. Am Mittwoch stieg der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) auf 1089,61 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Mitte November. An den Finanzmärkten sorgen Schwächesignale aus der chinesischen Wirtschaft und internationale Krisen für Unsicherheit unter den Anlegern. Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis um etwa 20 Dollar gestiegen.

«Der Goldpreis wird neben den geopolitischen Spannungen im Mittleren Osten auch vom heutigen Wasserstoffbombentest in Nordkorea unterstützt», erklärten Rohstoffexperten der Commerzbank den Anstieg des Goldpreises zur Wochenmitte. Viola Julien, Analystin bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), sprach von «Unsicherheiten rund um den Globus» und sie erkannte generell eine «hohe Risikoaversion an den internationalen Finanzmärkten».

Treiber China

Neben den geopolitischen Risiken sorgt auch die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung in China für ein stärkeres Interesse der Anleger am Gold, hiess es aus dem Handel. Zuletzt gab es aus der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt eine Reihe von enttäuschenden Konjunkturdaten, die an den Finanzmärkten teilweise zu starken Kursreaktionen führten.

«Der Goldpreis hat nach viereinhalb Jahren Baisse gute Chancen, 2016 positiv zu überraschen», hiess es in einer Einschätzung des Bankhauses Metzler. «Bedingt durch das extrem negative Sentiment, starke Überverkauftheit, einseitige Positionierung und geopolitische Unsicherheiten erwarten wir eine durchgreifende Erholung des Goldpreises.» Die meisten Rohstoffexperten gehen im neuen Jahr aber nur von einem leichten Anstieg beim Preis für das Edelmetall aus.

(awp/chb)