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Goldpreis: Barclays erwartet ein Fünfjahrestief

Gold: Der Preis soll auf ein Fünfjahrestief fallen und danach anziehen. Keystone

Der Goldpreis soll im dritten Quartal 2015 auf den tiefsten Stand seit 2010 fallen – und danach wieder steigen. Das sagen Analysten der britischen Bank Barclays. Für Investoren bieten sich Chancen.

Veröffentlicht am 13.01.2015

Der Goldpreis wird in diesem Jahr nach Einschätzung der Analysten von Barclays weiter fallen, da die US-Zinsen steigen werden. Damit biete sich eine Gelegenheit für Investoren, günstig einzusteigen und von einer Erholung zu profitieren, die von steigender Nachfrage aus Asien gestützt werden wird.

«Wir erwarten, dass der Goldpreis neue Tiefststände testen wird», schrieben die Analysten Suki Cooper und Kevin Norrish in einer aktuellen Studie. Sie gehen von einem Preisrutsch unter 1130 Dollar je Unze aus. «Die Niveaus in diesem und im nächsten Jahr werden für den längerfristigen Investor wahrscheinlich attraktive Einstiegspreise bieten.» Am Dienstagvormittag verteuerte sich Gold am Kassamarkt mit sinkenden Aktienkursen um 0,8 Prozent auf 1242,72 Dollar je Unze.

Zweites Jahr in Folge mit Kursverlusten

Der Goldpreis war 2014 das zweite Jahr in Folge gesunken, als die US-Aktien infolge der Konjunkturerholung auf Rekordwerte kletterten, der Dollar zulegte und sich die Abflüsse bei börsennotierten, mit Gold unterlegten Produkten (ETP) verstärkten.

In diesem Jahr scheine der physische Goldmarkt mehr Unterstützung zu bieten. Doch das werde nicht ausreichen, um den konjunkturellen Gegenwind, der den Goldpreis belaste, auszugleichen. «Gold bleibt dem makroökonomischen Umfeld ausgeliefert», schrieben die Analysten.

Fünfjahrestief erwartet

Barclays schätzt, dass die Unze Gold im ersten Quartal im Durchschnitt 1200 Dollar kosten wird, 1180 Dollar im zweiten, 1130 Dollar im dritten und 1170 Dollar im vierten Quartal dieses Jahres. Dabei werde der Preis erstmals seit April 2010 die Marke von 1130 nach unten durchbrechen.

Auch die Analysten der Goldman Sachs Group und Société Générale sagen Gold 2015 weitere Verluste voraus. Hingegen rechnen Australia & New Zealand Banking Group Ltd. sowie TD Securities Ltd. mit einer Erholung. 2014 war der Goldpreis um 1,4 Prozent gesunken, nachdem er im Jahr zuvor um 28 Prozent eingebrochen war.

Der physische Markt wird nach Einschätzung der Barclays-Analysten den Weg für eine Preiserholung bereiten, die von Asien ausgeht. Die globale Verlagerung des Goldes von West nach Ost werde wahrscheinlich noch zwei Jahrzehnte lang anhalten, da die steigenden Einkommen die Nachfrage stärkten, hatte die China Gold Association im Juni erklärt. Auf Asien, allen voran Indien und China, entfiel 2013 rund 63 Prozent der weltweiten Abnahme von Goldschmuck, Goldbarren und Münzen, wie aus Angaben des World Gold Council hervorgeht.

(bloomberg/ise)

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