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Goldpreis klettert auf Zwei-Monats-Hoch

 

Donald Trump, Brexit-Unsicherheit und rege Nachfrage aus Fernost: Seit Wochen steigt der Goldpreis. Mittlerweile notiert er auf dem höchsten Stand seit acht Wochen.

Veröffentlicht am 16.01.2017

Zum Auftakt der neuen Handelswoche ist Gold auf den höchsten Stand seit acht Wochen geklettert. Das Edelmetall verteuerte sich am Montag teilweise um bis zu 0,9 Prozent auf 1208 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Der neuerliche Goldrausch erstaunt. In der Vergangenheit zog der Goldpreis jeweils dann an, wenn der Dollar in eine Schwächephase rutschte. Nun fällt die Gold-Hausse aber in eine starke Dollar-Periode.

Klare Ziele fehlen

Experten begründen den steigenden Goldpreis mit der Unsicherheit über Donald Trumps Wirtschaftspolitik. Bisher hat sich der designierte US-Präsident bestenfalls vage, oft widersprüchlich über seine Pläne für die Zukunft der USA geäussert. Unklar bleibt etwa weiterhin, in welcher Weise er die Infrastruktur des Landes verbessern will.

Das Fehlen von klaren Richtlinien veranlasst Investoren zur Zurückhaltung. Seine Zusicherung, die Steuern für Unternehmen zu senken und auf der anderen Seite Ausgaben im Interesse des Landes zu erhöhen, insbesondere zur Schaffung von Arbeitsplätzen, weckt das Inflationsgespenst. Und in Zeiten der Inflation erhält das Gold regelmässig einen besonderen Stellenwert.

Gold als sicherer Hafen

All diese Unsicherheiten haben nicht zuletzt an der Wall Street dazu geführt, dass der Dow Jones Index die Marke von 20'000 Punkten nicht überschritten hat, obwohl das seit Wochen in Aussicht gestellt wird.

Es ist daher nicht weiter erstaunlich, dass Anlageberater in aller Welt Gold als Diversifikation zur Investition an anderen Märkten empfehlen und als sicheren Hafen für mögliche unruhigere Zeiten bezeichnen.

Rege Nachfrage aus Fernost

Dazu kommt ein weiterer Faktor: Edelmetallhändler im Fernen Osten melden ein erstaunlich reges Kauferhalten seitens der Goldverarbeiter. Bisher haben sich die Goldmärkte in den für den physischen Markt zwei wichtigsten Ländern China und Indien als äusserst preissensibel erwiesen. Dies wird auch in den kommenden Monaten der Fall sein.

Solange die Preise nicht sprunghaft nach oben klettern, wird auch die Nachfrage aus Fernost stabil bleiben, insbesondere vor Beginn des chinesischen Neujahrs Anfang Februar.

(sda/reuters/ise/chb)

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