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Kurssturz
Goldpreis rutscht unter 1400 Dollar

Es geht dramatisch bergab: Innerhalb von nur zwei Handelstagen hat Gold zeitweise rund 11 Prozent an Wert verloren. Ein Experte spricht von einem «panikartigen Ausverkauf».

Veröffentlicht am 15.04.2013

Der Goldpreis hat seine Talfahrt  beschleunigt und ist erstmals seit zwei Jahren unter die Marke von 1400 US-Dollar gefallen. Eine Feinunze Gold (etwa 31 Gramm) rutschte im Mittagshandel zeitweise auf 1385 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit April 2011.

Am frühen Nachmittag erholte sich der Goldpreis etwas, und er stand bei 1406 Dollar. Das sind aber immer noch 75 Dollar oder 5 Prozent weniger als am Freitag.

Commerzbank-Experte Eugen Weinberg sprach von einem «panikartigen Ausverkauf» am Goldmarkt. Bereits am Freitag war der Kurs um etwa 5 Prozent eingebrochen. Auf dem Papier hatten innerhalb eines Tages gut 1140 Tonnen Gold den Besitzer gewechselt. «Dies ist mehr als die gesamte jährliche Goldnachfrage von Indien oder China», sagte Weinberg. 

Weiter geriet auch der Silberpreis unter Druck und fiel um 2,22 Dollar oder rund acht Prozent auf 23,84 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Oktober 2010. Immer mehr Analysten gehen mittlerweile davon aus, dass der langjährige Anstieg der Edelmetallpreise beendet sein könnte.

Als Inflationsschutz nicht mehr so gefragt

Gold und Silber, aber auch andere Rohstoffe wie Öl, stehen seit vergangenem Freitag unter starkem Druck. Marktbeobachter nennen mehrere Gründe für die Entwicklung. Zum einen verringern immer mehr professionelle Investoren ihre Engagements in börsengehandelten Fonds, die entweder mit Gold hinterlegt sind oder sich am Verlauf des Goldpreises orientieren.

Zum anderen sind die Inflationserwartungen trotz einer sehr expansiven Geldpolitik vieler Notenbanken bislang nicht gestiegen, weswegen Gold auch als Inflationsschutz nicht mehr so stark gefragt ist. «Da Gold als Absicherung gegen Teuerungsrisiken allmählich an Bedeutung verliert, verabschieden sich immer mehr US-Anleger aus dieser Krisenanlage», sagte Analyst Thorsten Proettel von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). 

Zypern und US-Notenbank

Zudem belasteten zuletzt Pläne der zyprischen Regierung, Goldreserven der Notenbank loszuschlagen, um einen Teil der nötigen Eigenbeteiligung am jüngst vereinbarten Rettungspaket aufzubringen.

Ausserdem machten Spekulationen über eine vorzeitige Straffung der US-Geldpolitik die Runde. Sollte die US-Notenbank Fed ihr Anleihe-Ankaufprogramm zurückfahren und die EZB an ihrer bisherigen Geldpolitik festhalten, sinke die Wahrscheinlichkeit einer anziehenden Teuerung deutlich, sagte ein Börsianer. Damit werde Gold als «Anti-Inflationswährung» weniger attraktiv. 

(tno/awp)

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