Vor nicht einmal einem Monat war John Paulson noch überzeugt: Die heutige Politik der amerikanischen Notenbank, laufend Geld zu drucken, führe über kurz oder lang zu steigenden Preisen. Es sei «nur schwierig vorherzusagen, wann», zitierte ihn das Finanzmagazin «Forbes» Mitte Juli. Jetzt verliess den langjährigen Verfechter des gelben Edelmetalls wohl selbst etwas der Mut.

Paulsons Vertrauen in seine eigene Prognose scheint zumindest zu bröckeln: Denn nach herben Verlusten hat der von ihm geführte Fonds Paulson & Co. seine Investitionen in Gold nun halbiert, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Binnen Quartalsfrist sanken die Anteile am weltgrössten Goldfonds SPDR Gold Trust  von 21,8 Millionen auf 10,2 Millionen. Damit senkte der Hedgefondsmanager erstmals seit 2011 seine Goldpositionen .

Gold erlebt Blutbad im zweiten Quartal

Als Erklärung folgte jedoch kein Eingeständnis der eigenen Prognosekraft. Der Fonds habe schlicht einen «geringeren Bedarf an Absicherung», teilte Paulson auf Nachfrage mit. Gut möglich jedoch, dass der berühmte Hedgefonds-Manager schlicht die Reissleihne zog - nach massiven Verlusten im Frühjahr. Allein in den in den drei Monaten von April bis Juni verlor Paulson wegen dem Preissturz mindestens 736 Millionen Dollar, berichtet «Forbes».

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Das Edelmetall erlebt sein schlimmstes Jahr seit gut einer Dekade: Im zweiten Quartal sank der Preis um fast ein Viertel. Entsprechend hoch sind die Verluste von Investoren. Hedgefonds müssen der US-Aufsicht SEC quartalsweise Bericht erstatten über die Veränderung ihrer Investitionen.

(moh)