Letzte Woche stieg der Goldpreis bei 1230 Dollar je Unze auf den höchsten Stand seit Mitte Juni. Die Analysten der Deutschen Bank orten die Gründe dafür derzeit in Übersee: «Die Tatsache, dass die US-Notenbank Zinserhöhungen weit ins Jahr 2011 verlegt hat, ist ein Hinweis darauf, dass es den USA schwerfallen könnte, genug Geld anzuziehen.» Das werde auch den Goldpreis stützen - dort erwarten die Deutschbanker nächstes Jahr neue Höchstwerte.

ETF versus Tracker

Bereits jetzt positionieren sich die Gold-ETF. «Hier stieg das Volumen in der letzten Woche um 0,3% und auch die nicht kommerziellen Terminmarktpositionen wuchsen um 3,2% gegenüber der Vorwoche», fassten die Analysten von Stifel Nicolaus zusammen. Die «spekulativen» Netto-Long-Positionen - als solche Positionen werden die Käufe von ETF, Hedge-Fonds und weiteren Investoren bezeichnet, die nicht im Auftrag oder für eine Mine arbeiten sind letzte Woche auf 1,2 Mio Kontrakte gestiegen. Goldunterlegte ETF halten jetzt 1300 t.

Von diesen ETF hat es der von der Zürcher Kantobalbank (ZKB) begebene ETF ZGLD zu einiger internationaler Prominenz gebracht. Der sehr rege gehandelte ETF hält das Geld der Anleger in etwas unhandlichen 12,5-kg-Barren. Die Gold-ETF von Julius Bär halten laut eigenen Angaben ihre Bestände in Unzen. Aus Anlegersicht spielt das allerdings keine Rolle.

Anzeige

Die natürlichen Konkurrenten der fondsähnlich ausgestalteten Gold-ETF, die deshalb auch weitestgehend gegen die Pleite eines Emittenten geschützt sind, sind die Goldpreistracker auf der Derivateseite. Aus Sicht eines Frankenanlegers sind Preistracker wie GOLDQ, die keine Laufzeitbegrenzung haben, eine Alternative zu den goldunterlegten ETF, wenn man mit dem Emittentenrisiko leben kann. Nimmt man die letzten vier Jahre als Vergleichsbasis, liegt die unter dem Kürzel ZGLDHC laufende Frankenversion des ZKB-ETF praktisch gleichauf mit GOLDQ, und auch seit Jahresanfang bestehen praktisch keine Differenzen zwischen diesen beiden Produkten und weiteren auf Frankenbasis lautenden Trackern wie GOLDT oder VZXAU.

Längst nicht alle Anleger suchen beim Gold nur die Sicherheit. Risikoaffine Anleger finden an der SIX eine ganze Reihe von unterschiedlichen Hebelprodukten auf den Goldunzenpreis.

Auch Spekulanten mischen mit

In den letzten Tagen fielen die Mini-Futures XAUTZ und MXAUS mit hohen Volumen auf. Bemerkenswerterweise ist das erste ein Long-Produkt und das zweite ein Short-Produkt. Es befinden sich auch etliche Anleger am Markt, die jetzt auf tiefere Preise beim gelben Metall spekulieren.

Diese Produkte, bei denen die Volatilität, die Schwankungsbreite des Goldes, selber keine Rolle für die Preisbestimmung spielt, konkurrieren mit Gold-Warrants wie GOLVD und XMGLDA und Knock-out-Produkten wie XXAKB oder XXAUG um die Gunst der Anleger.

Das Risikorating des Schweizerischen Verbandes für Strukturierte Produkte (SVSP) weist all diesen Produkten die höchste Risikostufe 6 zu. Die Tracker kommen auf den Wert 4 und sind damit etwa gleich riskant wie Aktienanlagen.

Gewinn der Sicherheit geopfert

Ungleich sicherer sind die kapitalgeschützten Produkte wie ZKB8G6, EFGJX oder EFGKG. EFGJX beispielsweise zeigt für dieses Jahr, wie für Garantieprodukte typisch, kaum Schwankungen. Wer im Januar einstieg, wurde vom Rückgang des Goldpreises um 7% im Frühling verschont. Den Anlegern entging indes auch ein guter Teil des Goldpreisanstiegs im Frühling und in den letzten drei Wochen.

Anzeige